Man muss nicht auf dem Land leben, dass es beim Zusehen „weh tut“, wenn alte Gebäude auf die Schnelle niedergewalzt werden. Genau diese Zerstörung der Idylle der Ortschaften und des damit zusammenhängenden typischen Landlebens macht eine Jungregisseurin in einem soeben anlaufenden Film zum Thema.
Vor allem im Weinviertel sind es nicht nur traditionelle Stadln, sondern auch alte Häuser – zumeist noch mit optischen Verzierungen, die der Abrissbirne zum Opfer fallen: Stattdessen zieht man Hallen mit Blechdach auf die Schnelle hoch oder errichtet moderne Einfamilienhäuser in fragwürdig-moderner Optik.
Verfall der dörflichen Lebenskultur
Es ist aber nicht nur das Ortsbild, das der Film „Rettet das Dorf“ von Teresa Distelberger, aufgewachsen in Herzogenburg und mittlerweile für ihre Werke international bekannt, zeigt: Es geht auch um das Sterben der Infrastruktur, das durch das Absiedeln junger Generationen beschleunigt wird.
„Wir müssen uns mit dem Gedanken anfreunden, dass vielleicht neue Leute ins Dorf kommen, die wirklich für eine Sache brennen – und nicht nur, dass die Alten dableiben“. Ein Zitat aus der Dokumentation deutet an, dass sich die Lage oft auch durch den Einsatz engagierter Menschen verbessert. Ein Beispiel dafür ist eine Firma, die in der Großstadt gegründet worden war. Deren Inhaber sind - als eine Expansion im Raum stand - bewusst auf einen neuen Standort am Land übersiedelt und haben dort somit neue Arbeitsplätze geschaffen.
Film als „Mahnmal“ inklusive Zukunftsvisionen
In eindrucksvollen Bildern wird die Beschaulichkeit kleiner Orte, etwa typische Dorfzentren mit Greissler, Wirtshaus und Volksschule, in den Fokus gestellt. Situationen, wie man sie leider immer seltener vorfindet.
Aber auch Lösungsperspektiven engagierter Menschen werden in dem Werk aufgezeigt. Der Film läuft in ausgewählten Kinos, aber auch in Schulen und Gemeindeeinrichtungen.
Mehr Infos: rettetdasdorf.at
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.