633.000 Euro Schaden

Autos der Kunden verkauft, Geld aber unterschlagen

Steiermark
21.12.2023 07:00

Eine Steirerin (44) baute sich ein zweites Standbein im Autosektor auf. Die Wagen der Kunden verkaufte die als Schulassistentin tätige Frau zwar, das Geld behielt sie aber ein. Laut Anklage gibt es 80 Opfer und einen Gesamtschaden von 633.000 Euro zu beklagen!

So ein Autoverkauf kostet oft Nerven. Um sich diesen Aufwand zu ersparen, bot eine steirische Firma im Grazer Süden einen gemütlichen Service an: Das Unternehmen verkaufte für die Kunden die Autos. Diese gaben zuvor einfach den gewünschten Verkaufsbetrag an und konnten den Wagen auf das Firmengelände zur Besichtigung abstellen.

Geschäfte gerieten plötzlich ins Stocken
Eine Weile funktionierte das Geschäftsmodell einer als Schulassistentin tätigen Steirerin (44) auch. Doch dann wurde sie krank, ihr Mann (53), ein gelernter Industriekaufmann, übernahm laut den Ermittlungsergebnissen der Staatsanwaltschaft Graz die Geschäfte. Diese gerieten allerdings immer mehr ins Stocken, die Einnahmen deckten die Ausgaben irgendwann nicht mehr ab. Daher befahl die ausgebildete Pädagogin, die bereits wegen Veruntreuung verurteilt ist, ihren drei Mitarbeitern, die Kunden an der Nase herumzuführen, um mehr Geld zu lukrieren: Sie sollten ihnen vorgaukeln, dass deren Wunschpreis nicht zu erzielen wäre und sie diesen senken müssten – obwohl die Fahrzeuge bereits zu teils höheren Beträgen weiterverkauft worden waren.

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Durch unsere Sachverhaltsdarstellung konnten offenbar die Hinterleute dieses unseriösen Geschäftsmodells gefunden werden.

Opfervertreter Marc Simbürger

633.000 Euro zu Unrecht kassiert
Die Anzahl der Geschädigten ist mit 80 enorm. Dementsprechend verhält es sich auch mit der zu Unrecht gescheffelten Geldsumme von 633.000 Euro! Die glücklose Unternehmerin ist laut Anklage geständig, ihr Ehemann schweigt.

Die drei mitangeklagten Mitarbeiter (40, 61, 71 Jahre alt) geben zu, nach den Vorgaben ihrer Chefin gehandelt zu haben. Das Unrecht dahinter sei ihnen aber nicht bewusst gewesen, behaupten sie. Ein Verhandlungstermin steht aktuell noch nicht fest, bestätigt Barbara Schwarz, Sprecherin des Landesgerichts Graz, auf „Krone“-Anfrage.

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