Eine 19 Hektar-Schottergrube ist nahe Deutsch-Wagram im Bezirk Gänserndorf geplant. Die Grünen befürchten Gefahr für ein sensibles Natura-2000-Gebiet.
Es ist eine enorme Menge an Aushubmaterial: Im Gemeindegebiet von Deutsch Wagram ist eine neue Schottergrube - „Kies V“ genannt - geplant, die 19,5 Hektar umfassen soll. Das ergebe eine Abbaumenge von knapp mehr als 1,2 Millionen Kubikmeter Material, rechnet Beate Kainz vor: „Und das am Rande eines Natura-2000-Vogelschutzgebietes“, beklagt die Bezirkssprecherin der Grünen.
Transport quer durch Natura-2000-Gebiet
Die oberste Humusschicht könne zwar direkt daneben gelagert werden. Das besondere Problem in diesem Fall sei aber, dass das Schottermaterial in das Verarbeitungswerk bei Markgrafneusiedl geliefert werden muss, da hier die Anlagen für die Weiterverwertung stationiert sind. Der Transport solle dabei quer durch das dazwischen liegende Natura-2000-Gebiet erfolgen. „Dafür werden bis zu 150 Lkw-Fahrten pro Tag notwendig sein – wohlgemerkt in eine Richtung“, rechnet Kainz vor.
Keine UVP
Für die Bewilligung der neuen Grube sei keine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig, wie Kainz informiert: „Neue Schottergruben gehören in der Region leider bereits zum Alltagsgeschäft“, spielt Kainz darauf an, dass diese meist unter einer genehmigungspflichtigen Größe geplant werden.
Vorgesehen sei aber auch, dass die leere Grube als Bodenaushubdeponie verwendet wird. „Kurz gesagt: Wenn eine Grube ausgebaggert wird, kann die nächste schon mit Material gefüllt werden. Das sei auch der Grund, warum Sachverständige davon ausgehen, dass es zu keiner größeren Steigerung des Lkw-Verkehrs insgesamt kommt“, so Kainz.
Paradox findet die Grüne auch: „Wenn die ebenfalls dort verlaufende in Verhandlung befindliche Trasse der S8 am Vogelschutzgebiet vorbei geplant wird, mit welcher Begründung kann dann der Schottertransportverkehr genehmigt werden?“
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