Schülerin war 13

Sexuelle Übergriffe: Lehrer in Graz vor Gericht

Steiermark
16.11.2023 13:20

Ein AHS-Lehrer ist am Donnerstag im Grazer Straflandesgericht wegen sexuellen Missbrauchs Unmündiger sowie Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses vor einem Schöffensenat gestanden. Dem Pädagogen wurde vorgeworfen, vor rund zwei Jahren eine damals 13-Jährige während des Unterrichts unangemessen berührt zu haben. Er wurde zu acht Monaten bedingter Haftstrafe verurteilt - nicht rechtskräftig.

Es seien mehrere Vorwürfe von Schülerinnen im Raum gestanden, die allerdings „strafrechtlich nicht relevant“ waren, erläuterte Staatsanwalt Arnulf Rumpold vor Gericht in Graz. Angeklagt jedoch wurde nur einer: Es handelte sich dabei um „Berührungen und Äußerungen, die für einen Lehrer unangebracht sind“. Doch in einem Fall soll es Anfang Oktober 2021 zu einer „intensiven Berührung“ eines Mädchens gekommen sein. Die Klasse wandte sich an die Direktorin, die sofort Anzeige erstattete.

Lehrer spricht von „Intrige“
Der Verteidiger führte aus, dass es nie irgendwelche Vorfälle bei seinem Mandanten gegeben hätte: „Warum sollte er jetzt damit beginnen?“. Er sprach von „Komplott oder Intrige, möglicherweise geht es auch um Aufmerksamkeit“. Laut seinen Angaben habe selbst die Polizei die Aussagen der Schülerinnen teilweise als widersprüchlich bezeichnet, außerdem habe niemand die Angaben des betroffenen Mädchens bestätigen können. „Sexualdelikte passieren oft so, dass niemand etwas mitbekommt. Welcher Täter will schon ertappt werden?“, gab Richter Andreas Lenz zu bedenken.

Das Opfer „kenne ich nicht gut“
„Ich bin seit 13 Jahren Lehrer und habe nie ein Mädchen oder einen Burschen sexuell belästigt“, betonte der Angeklagte. Berührungen habe es „zu keinem Zeitpunkt“ gegeben. Das Opfer „kenne ich nicht gut, sie hat oft gefehlt“, erzählte der Beschuldigte. „Sie haben die Schülerin das dritte Jahr unterrichtet und kennen Sie nicht?“, wunderte sich der Richter.

Direktorin: Klasse war „sehr verstört“
Die Direktorin sagte aus, die Klasse habe bei dem Gespräch mit ihr „sehr verstört“ gewirkt. „Sie haben gesagt, dass sie Angst haben“, wobei es in erster Linie um die Mädchen gegangen sei. „Sie haben gesagt, sie wollen nicht mehr in den Unterricht mit ihm“, schilderte die Schulleiterin.

Noch zu Mittag kündigte sich eine Vertagung ab, da die Verteidigung zahlreiche Anträge angekündigt hatte. Am frühen Nachmittag gab es dann doch überraschend ein Urteil: Das Schöffengericht verurteilte den Lehrer zu acht Monaten Haftstrafe, die ihm aber bedingt nachgesehen werden. Die 3600 Euro Geldstrafe muss er aber jedenfalls bezahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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