Wegen Edelgasen

Nach spezieller Augen-OP sind Berge ein Tabu

Tirol
11.10.2023 11:25

In Holland ist es kein Thema, in Tirol eine große Herausforderung. 600 Netzhautoperationen im Jahr werden an der Augenklinik Innsbruck durchgeführt. Viele der Patienten dürfen sich nach dem Eingriff nicht über 1000 Meter Seehöhe aufhalten. Der neue Klinik-Direktor Matus Rehak über ein Problem mit speziellen Lösungen. 

Der Fernpass im Tiroler Oberland liegt auf rund 1200 Metern. Nicht wenige Tiroler Dörfer auch. Höhenluft ist gesund. Doch für Menschen mit Netzhautablösung und anderen Störungen an der Netzhaut kann Höhe zum Problem werden.

Davon berichtet Matus Rehak, neuer Direktor der Innsbrucker Klinik für Augenheilkunde. „Zur Behandlung verwenden wir Edelgase, die die Netzhaut fixieren“, erklärt der Mediziner. Mit den Gasen im Auge dürfen sich Patienten jedoch nicht auf über 1000 Metern Seehöhe aufhalten. Rehak: „Das verursacht starke Schmerzen und kann das Auge schädigen.“

Die Patienten müssen für einige Zeit „auswandern“
Der Abbau des Gases im Auge dauert in manchen Fällen bis zu acht Wochen. Was das in der Praxis bedeutet, beschreibt der Klinik-Direktor: „Für Patienten aus dem Außerfern haben wir spezielle Tabletten und Tropfen, damit sie heimfahren können.“ Die Medikamente sind allerdings nur für kurze Höhenaufenthalte einsetzbar. Wer in einem Bergdorf lebt, muss für die Zeit der Genesung „auswandern“.

Nicht operieren ist in dem Fall keine Option
300 bis 600 Patienten mit diesem speziellen Problem werden jedes Jahr an der Klinik betreut – Tendenz steigend. „Seit Jahren wächst in Europa die Zahl der Patienten mit Netzhautablösung. Die genauen Gründe kennen wir aber noch nicht“, erklärt der Klinik-Direktor. Nicht zu operieren, ist trotz Höhenproblem keine Option. Denn in diesem Fall droht eine Erblindung.

Durch Handy zur Welt der Kurzsichtigen
Nicht nur die Zahl der Netzhautablösungen nimmt zu, auch die Gruppe der Kurzsichtigen. Rehak führt als wichtigen Grund die viele Bildschirmzeit schon im Kindesalter an. Naharbeit und Kunstlicht seien eine fatale Kombination für unsere Augen, meint der Direktor. Er rät zu regelmäßigen Handy-Pausen.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Tirol



Kostenlose Spiele