Viel steirisches Know-how steckt in einer neuen mobilen Forschungsplattform, die bei extremen Wetterereignissen vor Ort wichtige Daten liefert. Am Montag wurde das Labor auf Rädern bei einer Fachtagung zum Thema Katastrophenschutz in Leoben vorgestellt.
Mehr als einen Monat nach dem verheerenden Hochwasser und den darauffolgenden Hangrutschungen in der südlichen Steiermark sind die Schäden noch immer nicht bewältigt. Viele Familien stehen vor den Ruinen ihrer Existenz. Auch wenn es derartige Katastrophen schon immer gegeben hat, wie es im Volksmund heißt, sprechen die wissenschaftlichen Fakten eine klare Sprache: Extremwetterereignisse werden durch den Klimawandel häufiger und intensiver auftreten. Forscher können das aber nicht nur voraussagen, sondern wissenschaftliche Erkenntnisse auch nutzen, um Katastrophen besser vorherzusagen und zu bewältigen.
Direkt im Katastrophengebiet im Einsatz
Ein in Österreich neuartiges Projekt dazu wurde gestern bei der Fachtagung Katastrophenschutz in Leoben vorgestellt. Ein mobiles Forschungslabor soll künftig direkt in Katastrophen- bzw. Risikogebieten zum Einsatz kommen. Entwickelt wurde es von der Technischen Universität Graz und der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien im Rahmen eines vor fünf Jahren gegründeten Netzwerks für Katastrophenforschung.
Das Disaster Competence Network Austria (DCNA), eine Kooperationsplattform für Katastrophenforschung, wurde 2017 von der TU Graz und der Boku Wien gegründet. Das mobile Labor ist eines von vielen Projekten.
Das „Labor auf Rädern“ umfasst unter anderem einen Bus mit Labor- und Analyseplätzen, einen Wetterradaranhänger, Drohnen, einen Roboter mit Kameras und Brandsensoren sowie Messsensorik-Geräte. Letztere können zum Beispiel Hangrutschungen automatisch überwachen und rechtzeitig Alarm schlagen.
Bessere Vorhersage
„Unwetterereignisse mehren sich und werden komplexer. Daher halte ich es für eine großartige Initiative, alles was sich da abspielt wissenschaftlich zu ergründen“, sagt Landeshauptmann Christopher Drexler. „Dieses Hightech-Labor auf vier Rädern hilft, etwa dramatische Hangrutschungen, Muren oder Felsstürze vorherzusagen“, so Wissenschaftsminister Martin Polaschek bei der Tagung in Leoben.
Neben der Boku in Wien ist die TU Graz mit der mobilen Ausrüstung ausgestattet. Im Laufe des nächsten Jahres soll es bereits im Regelbetrieb verfügbar sein.
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