Treffer beim Debüt

Knasmüllner nicht bei Saudis, aber unter Reichen

Fußball International
03.09.2023 07:02

Nach seinem Aus bei Rapid Wien war Christoph Knasmüllner zwei Monate ohne Verein, hielt sich im hauseigenen Fitnessstudio fit. Mit Wieczysta Krakau hat er nun einen neuen Klub gefunden. In Polens vierter (!) Liga haben die Krakauer und der 31-Jährige zusammen Großes vor …

„Da würde jeder lügen und wäre dumm, wenn er die Zahlen sieht und das nicht macht“, kommentiert Knasmüllner den derzeitigen Saudi-Wahn im Gespräch mit sportkrone.at. Ein derart lukratives Angebot aus dem Mittleren Osten blieb aber aus. Weil auch Engagements bei Blau-Weiß Linz und St. Pölten nur Gerüchte waren, wurde es die polnische vierte Liga. Was dem „Börserl“ keinen Abbruch tut.

Jahrelang hatte der millionenschwere, medienscheue Unternehmer Wojciech Kwiecien (beschäftigt bei Spielen Securitys, die Fotos von ihm vermeiden sollen) versucht, Traditionsklub Wisla zu übernehmen - vergebens. Er scheiterte an Fans und Präsident Dawid Blaszczykowski, dem Bruder des langjährigen Dortmund-Stars Jakub. Also gründete Kwiecien als einer der reichsten Polen einfach seinen eigenen Verein in Krakau, versucht damit den Durchmarsch von Liga sechs bis in die Erstklassigkeit. Dafür steckt der „König der Apotheken“ (ihm gehören 200 Arzneimittelgeschäfte) sein Geld in ehemalige National- sowie Erstligaspieler.

„Knasi“ kam, sah - und traf. (Bild: Chachlowska)
„Knasi“ kam, sah - und traf.

Treffer beim Debüt
So auch in „Knasi“, der für zwei Jahre mit Option auf ein weiteres unterschrieb und fürs zentrale Mittelfeld geplant ist. Wo er sogar schon beim 7:0-Heimsieg über Wiazownica in 20 Minuten als Joker zum zwischenzeitlichen 5:0 traf. Läuft alles nach Plan wäre er mit derzeitigem Vertragsende wieder oben. „Ich habe gehört, dass sie einiges vorhaben, bauen jetzt ein neues Stadion. Es ist ein bisschen vergleichbar mit Leipzig und Hoffenheim und nicht so, wie man sich eine polnische vierte Liga vorstellt. Da sind schon ein paar Kicker dabei, das macht Spaß in den Trainings. Da passe ich perfekt rein. Der Verein wollte mich wirklich haben, war sehr stark dahinter.“

Mit 4,5 Stunden Autofahrzeit passt auch die Distanz zum neugebauten Haus. Woraus er wieder ausziehen wird: „Ich wohne derzeit in einem Hotel. Die Verantwortlichen schauen für mich nach einer Wohnung. Da läuft alles wirklich reibungslos.“ Mit Frau und den beiden Töchtern? „Wir müssen einmal schauen, wie es mit dem Kindergarten und der Infrastruktur hier aussieht. Da müssen wir uns noch zusammensetzen, haben über das Thema noch nicht so viel gesprochen. Wir wissen selbst noch nicht, wie wir’s am besten machen, ob wir sie vom Kindergarten rausreißen. Das einzig Positive wäre, dass sie hier gleich Englisch lernen.“

Ärger über Rapid verflogen
Apropos Sprache: Die ist in Polen so eine Sache. „Ein paar Mitspieler sind schon seit Jahren hier und sagen, es gebe keine Chance, dass man das lernt“, lacht der Wiener. Beim Training wird ausschließlich polnisch gesprochen - außer der Trainer, „der kann ein bisschen Deutsch und Englisch.“ Immens wichtig für Knasmüllner, der das vielzitierte „Vertrauen vom Trainer“ spüren muss. „Ich habe schon das Gefühl. Wir kommunizieren sehr viel am Platz und dass er Deutsch kann, ist natürlich ein Vorteil“, fühlte er sich während seiner ersten Schnuppertrainings wohl.

Das war bei Ex-Klub Rapid nicht immer so. Der Groll ist mittlerweile aber verflogen. „Ich habe nicht so viel gespielt, wie ich es mir vorgestellt habe, brauche mich da jetzt nicht bemitleiden. Da ist es dann heutzutage nicht mehr so einfach einen neuen Verein zu finden. Es ist schwierig, wenn’s auf einmal heißt, dass der Vertrag nicht verlängert wird und man einen neuen Verein suchen muss. Aber das Kapitel ist abgeschlossen. Es waren schöne fünf Jahre. Jetzt steht ein neues Projekt vor mir. Ich bin froh, dass das geklappt hat und freue mich schon wieder zu spielen.“

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(Bild: KMM)



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