Laut Brandner waren "rund 25 Bürgermeister" zu der Sitzung in der Obersteiermark gekommen. Sie haben gemeinsam mögliche Szenarien zur Erhaltung der Schulen und eine weitere Vorgehensweise gegen den Beschluss der Landesregierung (siehe Infobox) diskutiert.
"Der Unmut über die Vorgangsweise des Landes ist groß. In einer Demokratie kann es nicht sein, dass Beschlüsse gefasst werden und man nicht einmal die Möglichkeit eines Gesprächs bekommt", so der Gemeindechef. Die mit elf Schülern einklassig geführte Volksschule in seiner Gemeinde mit rund 600 Einwohnern soll im Herbst 2012 nicht mehr aufsperren.
"Können und werden das hundertprozentig widerlegen"
Vor allem die Infragestellung der pädagogischen Qualität der Kleinstschulen wollen die Bürgermeister als Argument für die Schulschließungen nicht hinnehmen: "Wir können und werden das hundertprozentig widerlegen", betonte Brandner. Auch von juristischer Seite wolle man "alle rechtlichen Mittel ausschöpfen": "Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig, die Bescheide wurden uns noch nicht zugestellt. Wir haben eine dreiwöchige Frist zur Stellungnahme und die werden wir nicht ungenützt verstreichen lassen", so der Bürgermeister.
Problem "nicht durch Reduktion auf Zahlen zu lösen"
Unter welchen Rahmenbedingungen es angebracht sein könnte, Kleinschulen vor Ort zu erhalten, will man zurzeit an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Graz gemeinsam mit dem renommierten Sozialwissenschafter Ernst Gehmacher wissenschaftlich erheben: "Das Problem der Kleinst- und Kleinschulen ist nicht durch Reduktion auf Zahlen zu lösen, sondern muss wesentlich differenzierter betrachtet werden", so Bärbel Ruth Hausberger von der KPH Graz.
Ausgehend von der Steiermark will sie in einer bundesländerübergreifenden Studie einen objektiven Kriterienkatalog erstellen, der aufzeigen soll, "wann es sinnvoll erscheint, einen Schulstandort zu erhalten, und wann nicht".
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