Ach, übrigens...

Es ist angerichtet!

Vorarlberg
18.06.2023 12:55

„Krone“-Kolumnist Harald Petermichl hat sich dieses Mal mit der nicht unbedingt vorbildlichen Aufarbeitung der vergangenen Fußball-WM in Katar auseinandergesetzt. Und hat dabei bemerkt, dass für den FIFA-Präsidenten die Zukunft viel wichtiger zu sein scheint, als Vergangenes.

Weil die gesamte Fußballwelt schon seit Wochen dem heutigen Abend entgegenfiebert, an dem Kroatien und Spanien im Rotterdamer „De Kuip“ den Sieger eines überflüssigen Turniers ermitteln, dessen Regelwerk man nicht zwingend verstanden haben muss, droht fast in Vergessenheit zu geraten, dass exakt heute vor einem halben Jahr, am 18. Dezember 2022, ein gewisser Lionel Andrés Messi Cuccittini eine vom italienischen Bildhauer Silvio Gazzaniga entworfene Trophäe (Nein, es ist kein Pokal, sonst könnte man nämlich daraus trinken) in den persischen Golfhimmel stemmen durfte, weil sich das argentinische Nationalteam gerade zum Titelträger der allerersten Winter-WM der Fußballgeschichte elfmetert hatte.

Dieses Turnier könnte man eigentlich längst ad acta gelegt haben, hätte es da im Vorfeld nicht so verdächtig viele Gebetsmühlen-Beteuerungen der FIFA in Person ihres Präsidenten Gianni Infantino gegeben, wie unglaublich wichtig diese unter fragwürdigsten Umständen zustande gekommene Veranstaltung sei, um in Qatar einen veritablen Umschwung einzuleiten, was den Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen, Diskriminierung, Ausbeutung von Arbeitsmigranten und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen betrifft, um nur die wichtigsten der weltweit benannten Missstände zu benennen. Jetzt, nach einem halben Jahr, wäre für die FIFA eigentlich ein perfekter Zeitpunkt, diese versprochenen Fortschritte öffentlich zu präsentieren und sich dabei ordentlich auf die Schulter zu klopfen.

Pustekuchen, denn in Zürich denkt man gar nicht daran, all die vollmundigen Versprechungen an der heutigen Realität zu messen, wohingegen nicht nur „Amnesty International“ einigermaßen frustriert feststellt, dass der kurz vor und während der WM zaghaft begonnene Dialog mit Qatar über Menschenrechtsfragen mit Turnierende schlagartig beendet worden sei und zwischendurch erzielte minimale Fortschritte keinerlei Bestand hätten. Das Thema geht Infantino am Allerwertesten vorbei, was verständlich ist, da er schließlich schon lange vor der WM wusste, dass sie „die beste aller Zeiten“ wird und so keinen Grund hat, einen prüfenden Blick darauf zu werfen. So spricht einiges dafür, dass wir in Qatar 22 eine Art Fingerübung für die WM 2030 in Saudi-Arabien gesehen haben. Die Voraussetzungen könnten besser nicht sein, denn wir hätten da a) einen rigoros gegen Andersdenkende vorgehenden saudischen Kronprinzen, b) einen skrupellosen Weltverbandspräsidenten und c) eine FIFA, die korrupter scheint denn je. Also, es ist angerichtet.

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