Tierleid für Likes:

Tiere als Opfer von Social-Media-Posts

Tierecke
26.05.2023 07:20

Grausame Tierqualszenen, inszenierte Rettungen, bei denen Tiere bewusst in gefährliche Situationen gebracht werden und Wildtiere, mit denen auf der heimischen Couch geschmust wird: Die sozialen Netzwerke sind voll von Inhalten, bei denen Tiere leiden, Stress ausgesetzt sind oder sogar willentlich in Gefahr gebracht werden. Tierschützer warnen davor, kritische Inhalte mit Klicks zu unterstützen und appellieren an alle Internet-Nutzer, bedenkliche Videos zu melden. 

In Österreich leben in beinahe jedem zweiten Haushalt ein Hund, eine Katze oder ein Kleintier. Viele Menschen lieben Tiere. Aber mit Tieren lässt sich online auch viel Aufmerksamkeit generieren, weshalb sie sehr oft ausgebeutet werden, um Klicks zu erhalten.

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Auffällige Videos sollten unbedingt gemeldet werden.

„Vier Pfoten“-Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck

„In jeder Sekunde werden Instagram, TikTok, YouTube oder Twitter mit Tausenden neuen Tiervideos geflutet. Es gibt leider auch sehr viele Beiträge, in denen Tiere misshandelt oder zumindest in für sie unangenehme Situationen gebracht werden“, warnt „Vier Pfoten“-Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck. „Wer ein auffälliges Video entdeckt, in dem Tiere leiden, sollte es umgehend dem Anbieter melden, denn die meisten Social-Media-Plattformen lehnen jede Form von Tierquälerei explizit ab.“

Fotos und Videos von Heimtieren zählen in den sozialen Netzwerken zu den erfolgreichsten und beliebtesten Inhalten. Manche Tiere haben Millionen Follower. "Fotos vom eigenen Heimtier zu zeigen ist in Ordnung, solange das Tier nicht missbraucht und gestresst, vermenschlicht oder gar gequält wird.

(Bild: stock.adobe.com)

Aber einige dieser sogenannten Petfluencer sind durchaus kritisch zu betrachten. Vielfach werden Tiere von ihren Haltern gezielt in Szene gesetzt, um Likes und Reichweite zu erzielen. Manchmal werden sie verkleidet oder in unnatürliche Situationen gebracht. Das Wohl der Tiere steht dabei leider nicht immer im Vordergrund. Auch Szenen, in denen Kinder mit Tieren spielen und Letztere eigentlich total gestresst sind, werden leider immer wieder gepostet“, so die Expertin.

Vorsicht, Fake: Inszenierte Rettungen
Eine Katze, die in letzter Sekunde von einem Passenten vor dem Ertrinken gerettet wird oder ein Hund im Todeskampf mit einer Schlange, aus dem er gerade noch rechtzeitig befreit werden kann - neben Videos, in denen Tiere offensichtlich Schmerzen oder Stress erleiden, kursieren auch zahlreiche falsche Rettungsvideos im Netz.

„Solche Videos werden leider tausendfach gesehen und geteilt. Manche Menschen schauen sensationslüstern dramatischen Szenen zu, andere wiederum fiebern mitfühlend mit dem tierischen Opfer mit, um am Ende das Happy End zu sehen. Dass Rettungsaktionen in vielen Fällen inszeniert und die Tiere absichtlich in gefährliche Situationen gebracht wurden, erkennen viele nicht“, erklärt Weissenböck.

„Solche Videos sind pure Tierquälerei und haben nichts mit Tierhilfe zu tun. Denn auch wenn die Tiere gerettet werden, werden sie zunächst extremem Stress und Todesangst ausgesetzt. Das ist grausam. Inszenierte Videos erkennt man meist daran, dass aus verschiedenen Blickwinkeln gefilmt wird oder die Anbieter mehrere solcher Rettungen auf ihren Profilen zeigen.“ Mehr dazu finden Interessierte hier.

Wilde Tiere sind keine Heimtiere
Besonders beliebt auf Social Media sind auch kleine Home-Videos von Fischottern, Eulen, Jaguaren oder anderen Wildtieren, die als Heimtiere gehalten werden. „Solche Videos sind besonders kritisch zu sehen, denn Wildtiere können in Privathaltung nicht artgemäß gehalten werden. Fischotter und Füchse gehören in die freie Natur und nicht auf die Couch“, sagt “Vier Pfoten“-Expertin Weissenböck.

„Videos von Wildtieren in Privathaltung sollte man auf keinen Fall mit Likes unterstützen. Die Tiere mögen keine Schmerzen oder Todesangst leiden, aber sie werden ihres natürlichen Lebensraumes beraubt und haben keine Möglichkeit, ihre angeborenen Instinkte und Verhaltensweisen auszuleben.“

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