Viele Babys tot

Dauerregen und Kälte sorgen für Drama in Tierwelt

Steiermark
24.05.2023 06:00

Störche, Feldhasen, Singvögel, Enten: Viele Wildtierbabys überlebten die kalte „Regenzeit“ heuer in der Steiermark heuer nicht.

Mindestens 20 Prozent, eher aber 30 bis zu einem Drittel: So dramatisch schätzt Helmut Rosenthaler, der bekannte „Storchenvater“ aus Tillmitsch, ein, wie viele Storchenbabys heuer nur auf die Welt gekommen sind - und nicht überlebt haben. „Uns rufen sehr viele Steirer an, um tote Küken zu melden“, sagt der Experte traurig. Grund: „Das Wetter! Der extreme Regen, die Kälte.“

Sonst wären die Elterntiere, die stundenlang im Regen sitzen, um die Brut warmzuhalten, durchaus in der Lage, ihre Kleinen zu schützen. „Aber wenn es gar nicht mehr aufhört zu regnen, die Elterntiere schon waschelnass sind, im Horst bereits das Wasser steht - dann geht das nicht mehr.“

Tote, noch sehr kleine Küken würden Eltern selbst aus dem Nest werfen, bei größeren geht das nicht mehr, „da mussten wir bereits mehrmals ausrücken, um es zu entfernen. Denn sonst verlassen die Eltern diesen Horst, überlebende Küken sind so dem Tod geweiht.“

Helmut Rosenthaler kümmert sich aufopfernd um seine Schützlinge. (Bild: Radspieler)
Helmut Rosenthaler kümmert sich aufopfernd um seine Schützlinge.

Wie hilflos und winzig so ein Vögelchen ist, sieht man allein an einem Horst direkt an der Station (Foto oben), das Kleine ist einen Tag alt.

Noch eine Tragik, mit der Helmut Rosenthaler und Team eben beschäftigt sind: Zwei Babys, 15 Tage alt, mussten aus einem Horst geborgen werden, nachdem ein Elternteil überfahren wurde. Rosentaler: „Und nur Vater oder Mutter allein können die Kleinen nicht aufziehen. Sobald sie weg sind, um Futter zu besorgen, würden sich sofort Raubvögel auf die Babys stürzen.“ Die beiden werden jetzt alle zwei Stunden mit Huhn gefüttert. Rosenthaler: „Mein ,Joker’ dabei ist ,Maxeline’.“ Die Storchendame hat selbst keine Nachkommen mehr, zieht aber elternlose Küken auf, füttert sie, lehrt sie das Wildleben. „Das ist sehr wichtig für später.“

Der Verein Kleine Wildtiere in Not in Graz leistet erstklassige Arbeit - bittet jetzt aber verzweifelt auch um Hilfe. (Bild: Juergen Radspieler)
Der Verein Kleine Wildtiere in Not in Graz leistet erstklassige Arbeit - bittet jetzt aber verzweifelt auch um Hilfe.

Auch für andere Wildtierbabys ist dieses Jahr eines der Katastrophe. „Für Feldhasen oder Rehe, die der Witterung ausgeliefert sind, ist es furchtbar“, sagt Monika Großmann vom Verein Kleine Wildtiere in großer Not. Die Ausfälle kann sie gar nicht abschätzen; auch nicht bei Enten, Singvögeln: „Unzählige, deren Nester im Freien sind, haben die Brut heuer einfach aufgegeben.“

Achtung, Suchtgefahr: Auf der Homepage der Stadtgemeinde Frohnleiten zeigt eine Livecam die Storchenfamilie mit den am 10. Mai geschlüpften Jungen! Entzückend zu beobachten!

Wenn Sie die Arbeit der Tierschützer unterstützen möchten:
Storchenverein, IBAN: AT98 3820 6000 0003 7226
Kleine Wildtiere in Not: AT472081503100610983

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