Die „Krone“ vor Ort

Bluttat in Melk: Erst Polizei-Kugel stoppte Mörder

Niederösterreich
21.04.2023 19:00

Ein Installateur (42) tötet im Bezirk Melk in Niederösterreich seinen Stiefvater, spielt dann Katz und Maus mit der Polizei und feuert auf die Beamten. Warum, sagt er nicht. Ein Ort steht vor einem Rätsel, die „Krone“ hörte sich um ...

Karl S. war Eisenbahner. Er machte seinen Job aus Leidenschaft und verabschiedete sich mit (erst) 62 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand - im März! Doch das Pensionsleben im idyllischen Örtchen Pielach bei Melk mit seiner Lebensgefährtin war ihm nicht vergönnt. Deren Sohn soll ihn - wie berichtet - brutal aus dem Leben gerissen haben. Mit einem Kleinkaliber-Gewehr! Offenbar war es ein einziger Schuss, den René M. (42) Donnerstagabend in der Küche auf den Stiefvater abfeuerte. Er war tödlich.

Auf dem Dachboden des Hauses verbarrikadiert
Was dann geschah, ist schnell erzählt: Die Mutter des mutmaßlichen Täters alarmierte die Polizei und flüchtete in ein Nachbarhaus, er selbst verbarrikadierte sich auf dem Dachboden des Einfamilienhauses. Vier Stunden lang versuchte ein Verhandlungsteam, den Mann zum Aufgeben zu bewegen. Die Sondereinheit Cobra umstellte das Haus - den Täter stets im Visier. Aufgeben war aber keine Option für den Installateur aus Wien.

(Bild: APA/DOKU NIEDERÖSTERREICH)
(Bild: APA/DOKU NIEDERÖSTERREICH)

Es war eine kühle, stille Nacht im abgeriegelten Gebiet rund um den Tatort. „Und plötzlich war’s wie im wilden Westen“, sagt Nachbarin Hermine Buchmayer. „62 Jahre lang bin ich da“, so die 76-Jährige. „Nie gab es Action. Wir hatten doch so ein ruhiges Dorf.“

Bis diese Schüsse um 23 Uhr durch die Nacht hallten. Vier oder fünf waren es, erinnert sich Buchmayer. Abgefeuert offenbar von René M. auf die Cobra-Beamten - nur einer kam aus der Gegenrichtung: Der 42-Jährige wurde durch den Schuss einer Polizeiwaffe leicht am Arm verletzt und konnte schließlich überwältigt werden. Was ihn zu der Wahnsinnstat trieb, ist noch unklar.

(Bild: Imre Antal)
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Niemand wusste bis jetzt, wo Pielach liegt. Man kannte unseren Ort nur aufgrund des Hochwassers. Jetzt, nach dem Mord, wissen auch Tiroler, dass es uns gibt.

Anrainer Hermine und Petra Buchmayer sowie Siegfried Schmutz im „Krone“-Gespräch

In Pielach selbst will niemand mutmaßen. Am Tag 1 nach der Tragödie herrschen Schock, Wut, Trauer. Petra Buchmayer (49): „Wir sind ja hier am Land. Da glaubst, nur in Wien spielt sich so was ab.“ Ihr Vater Siegfried (73) sieht die Sache pragmatisch, zumindest was M.s Konfrontation mit der Polizei betrifft. „Wenn das in Amerika passiert, geht der dort nimmer raus.“

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