343 Landwirte versorgen die Landeshauptstadt mit frischen Lebensmitteln aus der Region. Angesichts des Ukraine-Krieges werden Nahversorger in der Steiermark immer wichtiger.
Im Jahr 1817 kam Georg Kleindl als Knecht von Riegersburg nach Graz, heiratete in der Landeshauptstadt die Witwe eines Bauern und kurbelte die Produktion ihrer Landwirtschaft an. Heute ist es Nachfahre Martin Kleindl (44), der „mit Leib und Seele“ tagtäglich auf Pachtflächen von zehn Hektar produziert und seine bunte Produktpalette dann unter großer Nachfrage auf dem Grazer Lendplatz anbietet.
Das zusätzlich Besondere: Sein Hof grenzt an die Liebenauer Hauptstraße. Und er ist einer von 343 Landwirten, welche Graz zur tatsächlich größten Bauerngemeinde in der ganzen Steiermark machen. Es gibt also überraschenderweise in der Landeshauptstadt mehr Bauern als in anderen, weit ländlicheren Gemeinden! Es gibt allein 335 Pferde, 1578 Rinder oder 2215 Hühner.
Und auf ihnen liegt viel Hoffnung. Denn in Graz arbeitet der Wirtschaftsstadtrat (Günter Riegler) gemeinsam mit dem zuständigen für Bauernmärkte (Kurt Hohensinner) an der „Lebensmittelstrategie“.
Im Fokus: Die Nahversorgung soll ausgebaut werden. Als Basis dient eine Studie, mit welcher die FH Joanneum schon vor einigen Jahren gepunktet hat - und bei der sich alles um „30/30/30“ dreht. Also: 30 Prozent der Produkte sollten aus einem Umkreis von höchstens 30 Kilometer stammen, umgesetzt bis zum Jahr 2030. „Ebenso visionär wie machbar“, so der Studienleiter Johannes Haas. Derzeit sind es 20 Prozent, die aus dem Kreis bezogen werden.
Doch allein die Anzahl der Bauern verläuft genau in die Gegenrichtung - seit 2010 haben, wie die Landwirtschaftskammer weiß, schon weitere 13 die Hoftore dichtgemacht.
Doch viel zu tun ist Gebot der Stunde. Nur zu klar hat der Ukrainekrieg die globalen Abhängigkeiten aufgezeigt und die Wichtigkeit regionaler Eigenversorgung an den Tag gebracht; dazu kommt der Klimaschutz.
Doch um „30/30/30“ erreichen zu können, ist auch Umdenken bei jedem Einzelnen gefragt, wie Experten wissen: Man müsse bewusster konsumieren und kaufen, auf Qualität, Herkunft und faire Vermarktung achten. Und Ernährung zudem (zB weniger Fleisch) umstellen.








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