Steirisches Potenzial:

Ein Viertel des Gasbedarfs aus Abfall möglich

Steiermark
21.11.2022 17:30

Eine Montanuni-Studie zeigt, wie viel Potenzial in „grünem Gas“ aus Reststoffen und Abfällen schlummert. In Gabersdorf ist man schon in der Umsetzung.

Ein Feld aus Fotovoltaik-Paneelen liefert Strom, aus dem in der Anlage davor Wasserstoff erzeugt wird. Aus Getreide- oder Rapsstroh wird in der Biogasanlage daneben Rohbiogas gewonnen. Gemeinsam mit dem Wasserstoff wird es zu Methangas, das dann ins Erdgasnetz eingespeist wird.

Das Projekt in Gabersdorf (Bezirk Leibnitz) ist ein 10,5-Millionen-Euro-Beispiel, das schon auf Basis einer vom Land und der Energie Steiermark in Auftrag gegebenen Studie der Montanuni Leoben ab 2023 genutzt wird und dort gestern präsentiert wurde. Sie zeigt, wie man „grünes Gas“ in der Steiermark gewinnen kann: einerseits durch Biomethan etwa aus Lebensmittelabfällen, Maisstroh oder Klärschlamm, andererseits aus Bio-SNG (Synthetic Natural Gas) beispielsweise aus Holzabfällen.

Grünes Gas für Industrie, weniger zum Heizen
„Bis zu einem Viertel des gesamten steirischen Erdgasverbrauchs könnte damit gedeckt werden“, sagt Studienleiter Thomas Kienberger. Das gelte auch für ganz Österreich. Wobei es sich laut Experte nur für die Industrie rechnen werde, beim Heizen seien andere Optionen günstiger. Darum habe die Industrie auch Interesse, „und weil man unabhängig von Importen, fossiler Energie, sowie internationalen Preisen ist“, so der Energie-Steiermark-Vorstand Martin Graf.

Energiepflanzen statt Lebensmittel?
Ob es einen „Teller-Tank-Konflikt“ geben könnte, also Flächen für Nahrungsmittel durch den Anbau von Energiepflanzen fehlen könnten? „Diesen Nachteil sehe ich nicht“, sagt Kienberger. Beim Holz für Bio-SNG habe man das in der Studie auch so kalkuliert. Dass Genehmigungen derzeit zu lange dauern, sei aber laut Graf eines der Probleme.

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