In Niederösterreich werden Jahr für Jahr knapp unter 6000 Eigenheime errichtet, was 30.000 Jobs sicher. Die Frage ist nur: Wie lange noch?
Eigentum ist auf lange Sicht billiger als Mieten - stimmt dieser alte Leitsatz überhaupt noch? „Junge Menschen müssen heute ihr 22-faches Nettojahreseinkommen aufwenden, um sich eine Wohnung kaufen zu können“, legt Christian Helmenstein vom Wirtschaftsforschungsinstitut Economica alarmierende Zahlen vor. Zusätzlich zu den Leitzinsanhebungen der Notenbanken würden neue regulatorische Vorgaben die Finanzierungskosten für neuen Wohnraum nun noch stärker erhöhen. "Der Erwerb von Wohneigentum wird somit für immer mehr Haushalte unleistbar.
Künftig hohe Hürden zu überwinden
Dementsprechend sind die Neukreditvergaben im August auf das Niveau des Jahres 2014 eingebrochen. Hier bedarf es einer regulatorischen Reform, die Kreditvergaben einfacher möglich macht“, so Helmenstein. Angefertigt hat er die Studie im Auftrag des Landes. „Wir halten diese Richtlinie für unverhältnismäßig, weil sie für viele Menschen viel zu hohe Hürden aufbaut und so jungen Familien die Möglichkeit auf ein Eigenheim nimmt und damit gleichzeitig die regionale Bauwirtschaft um mögliche Aufträge umfällt. Wir sehen bereits heute, dass die Kreditvergaben deutlich zurückgehen“, betont Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger.
Wer glaubt, dass die Bauwirtschaft von der Kostenexplosion profitiert, der irrt gewaltig. Wir sind ja keine Ölkonzerne! Und die Aussicht auf 2023 ist leider eher düster.
Erwin Krammer, stellvertretender Landesinnungsmeister der Sparte Bau
Weniger Baustellen sind nämlich nicht nur schlecht für die potenziellen Käufer – pro neuem Einfamilienhaus werden rund drei Jobs im Jahr geschaffen. „Und zusätzlich eine Wertschöpfung von 511.200 Euro“, ergänzt Kammerpräsident Wolfgang Ecker. Alle appellieren sie an Finanzmarktaufsicht und Bundesregierung: „Wir brauchen rasche Maßnahmen, damit die Schaffung und der Kauf von Wohneigentum auch in Zukunft noch erschwinglich ist.“








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