Durchwachsene Bilanz

Trockener Hitzesommer setzte steirischer Ernte zu

Steiermark
27.10.2022 17:10

Es war heuer kein Sommer wie damals - aber wohl einer, an den wir uns gewöhnen müssen. Die Hitze und Trockenheit schlägt sich auch in der durchwachsenen steirischen Erntebilanz 2022 nieder. Viele Erträge sind unterdurchschnittlich. Mit Forschung und Humusböden wollen die Bauern entgegensteuern.

Manchmal hilft ein plakativer Vergleich: Zwei Maiskolben hält Maria Pein, Vizepräsidentin der steirischen Landwirtschaftskammer, in ihren Händen - einen eher verkümmerten und einen prächtig-gelben. „Jene Betriebe, die sich intensiv mit Humus, Begrünung und Wasserspeicher-Kapazität beschäftigen, haben bessere Erträge“, sagt Pein. Und es ist klar, aus welcher Fraktion der schöne Maiskolben stammt.

Zu heiß und zu wenig Regen
Die Folgen des Klimawandels schlagen sich auch in der steirischen Erntebilanz 2022 nieder: „In der Hauptvegetationszeit von Juni bis August haben 30 Prozent des Regens gefehlt, dafür war es im Schnitt um drei Grad zu warm“, berichtet Präsident Franz Titschenbacher. Die Folge: Dürreschäden von 32 Millionen Euro, Hagelschäden von acht Millionen Euro - und unterdurchschnittliche Ernteerträge bei vielen Kulturen, darunter mit Mais und gentechnikfreier Soja zwei sehr wichtige Futtermittel für Tiere.

Teilweise schwanken die Ergebnisse auch je nach Region und Lage stark. Beim Mais reicht der Ertrag von fünf bis 16 Tonnen pro Hektar Anbaufläche.

„Landwirte brauchen jeden Liter Wasser“
„Die Landwirte brauchen jeden Liter Wasser“, betont Tischenbacher. Ackerböden sollen daher so viel wie möglich davon speichern. Dem Humusaufbau kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Vor drei Jahren wurde ein eigenes Kompetenzzentrum in der Südoststeiermark geschaffen.

Hunderte Bauern machen beim Humusaufbau und Wasserschutz mit - und werden in trockenen Jahren wie heuer mit Erfolgen belohnt. Das Prinzip: Äcker werden nach der Ernte und während des Winters begrünt, so wird das Bodenleben aktiviert und der Boden gekühlt. Als „Wellnessprogramm für Regenwürmer“ bezeichnet das Humusberater Daniel Pucher. Ab Herbst 2023 wird Begrünung über den Winter sogar Voraussetzung, um an EU-Förderprogrammen teilzunehmen. 

Daten tief aus dem Boden
Auch Daten sind für Bauern eine wichtige Unterstützung. Auf oststeirischen Versuchsflächen von 70 Bauern wird seit dem Sommer eine deutsch-amerikanische Sensortechnik erprobt. In 28 Zentimetern Tiefe werden alle zehn Minuten Temperatur, Feuchtigkeit und Nährstoffgehalt gemessen. Bauern sollen so den idealen Zeitpunkt etwa für Pflügen oder Bewässern finden. Auch Drohnen und Satellitendaten werden künftig eine immer wichtigere Rolle spielen.

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