Eine aktuelle Anfragebeantwortung von Landesrat Johannes Tratter (ÖVP) an die Liste Fritz zeigt: Es gibt noch viele Baulandreserven in Tirol. Laut dem Landtagsabgeordneten Markus Sint könne auf diesen leistbarer Wohnraum entstehen.
Schon vor der Teuerungswelle war das Wohnen in Tirol - allen voran in der Landeshauptstadt - alles andere als billig. Innsbruck gilt österreichweit als das teuerste Pflaster beim Mietpreis pro Quadratmeter, wie die „Tiroler Krone“ erst Mitte August berichtete. Die Frage, die sich stellt: Wie sieht es mit den Baulandreserven - also jenen Flächen, die schon als Bauland gewidmet, aber noch immer unbebaut sind - hierzulande aus?
Das wollte der Klubobmann der Liste Fritz, Markus Sint, wissen und hat eine entsprechende Anfrage an den zuständigen Landesrat Johannes Tratter gestellt.
Jede Gemeinde muss verpflichtend zehn Prozent ihrer Baulandreserven als Vorbehaltsfläche für den geförderten Wohnbau ausweisen.
LA Markus Sint
„Die Reserven sind dort, wo der Bedarf am größten ist“
Das Ergebnis der Erhebung, die sich noch auf die damals 279 Tiroler Gemeinden bezieht: „Es gibt mehr als 34 Millionen Quadratmeter Baulandreserven. Für die Stadt Innsbruck kommen noch einmal mehr als eine Million Quadratmeter hinzu“, rechnet Sint vor. In Summe handelt es sich also um 35,25 Millionen Quadratmeter, auf denen weiterer Wohnraum entstehen könnte.
„Sind Baugründe sündteuer, ist auch das Wohnen sündteuer. Leistbares und bezahlbares Wohnen hängt ganz eng mit der Grund- und Boden-Politik zusammen. Dafür ist in Tirol seit 77 Jahren die regierende ÖVP verantwortlich. 1000 Euro für einen Quadratmeter Bauland oder 1400 Euro Monatsmiete für eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 80 Quadratmetern sind in Tirol leider üblich“, kritisiert der Klubobmann.
Wie die Beantwortung weiters zeigt, „gibt es Baulandreserven vor allem auch rund um die Bezirkshauptstädte und rund um Innsbruck, also da, wo der Bedarf nach bezahlbarem Grund und Boden am größten ist“.
„Lösung haben die ÖVP und die Grünen blockiert“
Für Sint ist somit klar, dass „um für leistbares und bezahlbares Wohnen zu sorgen nicht immer neue grüne Wiesen umgewidmet und zubetoniert werden müssen, sondern die Gemeinden und die Landesregierung endlich die vorhandenen Baulandreserven mobilisieren müssen“. Damit sei auch „das ÖVP-Märchen, wonach es die Reserven lediglich in entlegenen Gegenden gebe, als solches klar entlarvt“.
Der Vorschlag, den die Liste Fritz ausgearbeitet und auch im Tiroler Landtag beantragt hat: „Jede Gemeinde muss verpflichtend zehn Prozent ihrer Baulandreserven als Vorbehaltsfläche für den geförderten Wohnbau ausweisen“, erklärt Sint. Dadurch stehe Jahr für Jahr bezahlbarer Grund und Boden zur Verfügung, auf dem leistbarer Wohnraum entstehen könne. „Diese Idee haben die ÖVP und die Grünen allerdings blockiert“, schüttelt der Liste Fritz-Klubobmann den Kopf.
Übrigens: Auf der Webseite listefritz.at/baulandreserven-tirol kann jeder die Baulandreserven seiner eigenen Gemeinde einsehen.








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