Durch Sammlerleidenschaft wurde ein Familienvater zum Handlanger eines Rechtsradikalen. Jetzt stand er wegen unbefugten Erwerbs von Kriegsmaterialien in St. Pölten vor Gericht.
Begonnen hat alles mit der Jagdleidenschaft der Großeltern. Geendet hat es mit sechs Tonnen sichergestelltem Kriegsmaterial wie Munition und Waffen. Ein 51-jähriger Familienvater aus Niederösterreich musste sich am Landesgericht St. Pölten wegen unerlaubten Waffenbesitzes und unbefugten Erwerbs von Kriegsmaterial verantworten.
Ich wusste, dass er im Gefängnis war. Trotzdem habe ich ihm die Waffen gegeben. Ich wollte sie nur noch loswerden.
Der Angeklagte über den Kontakt zu Peter B.
Die Faszination für Waffen habe sich über die Jahre zu einer wahren Sammlersucht entwickelt, erklärt der Angeklagte beim Prozess. Auf Flohmärkten, Tauschbörsen oder über Verlassenschaften habe er vorwiegend Kriegsmaterialien und Munition zusammengetragen. Auf einem dieser Märkte traf er eines Tages auch Peter B. Man blieb in Kontakt, bis sich der Familienvater zu einem Gefallen hinreißen ließ - er besorgte für den Bekannten fünf Maschinenpistolen (in Einzelteilen). Das Problem: Bei B. handelt es sich nicht um irgendeine Flohmarkt-Bekanntschaft, sondern um den bekannten Neonazi, der einst im Zuge der Briefbomben-Anschläge als ein Hauptverdächtiger galt.
Terroristische Tendenzen untersucht
Ermittlungen gegen den Rechtsradikalen hatten den Geheimdienst dann auch auf die Spur des 51-jährigen „Waffenhändlers“ gebracht. Er habe nicht gewusst, um wen es sich bei B. handelt, bezeugt der Angeklagte. Das böse Erwachen kam erst, als für ihn die Handschellen klickten. Der Neonazi belastete ihn schwer. B. selbst wurde heuer zu insgesamt elf Jahren Haft verurteilt. Für den Familienvater endete das Verfahren glimpflicher: Nach einer Vorverurteilung von zwei Jahren bedingter Haft kamen noch drei Monate auf Bewährung hinzu - nicht rechtskräftig.








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