
Weil er kein Bier bekam, drohte ein Mann (35) eine Tankstelle abzufackeln. Monate später versuchte er Pflegerinnen zu beißen. All dies wegen des Alkohols. Jetzt ist er auf Entzug.
Noch vor wenigen Wochen war der Angeklagte (35) obdachlos und alkoholkrank. Er stand vor dem Abgrund. Beim Prozess am Dienstag im Salzburger Landesgericht machte er aber einen ordentlichen und guten Eindruck – dies honorierte selbst Richter Günther Nocker, der sich überrascht zeigte. „Ich bin seit drei Wochen abstinent und habe jetzt einen fixen Wohnsitz“, erzählte der 35-Jährige. „Ich schaue, dass ich mit meinen alten Freunden abschließe.“
Zweite Chance für Neubeginn
Mehrere Straftaten legte ihm die Staatsanwaltschaft zur Last: Demnach hat er Mitte Oktober 2021 gedroht, eine Tankstelle in Salzburg anzuzünden. Dazu wollte er Sprit in eine Jägermeister-Flasche füllen. All das nur, weil er damals kein Bier mehr bekommen hatte. Ende Februar 2022 folgte der nächste Vorfall: In der Notaufnahme des Uniklinikums hatte er versucht, zwei Pflegerinnen zu beißen. „Sie wollten mich anketten, da hab ich mich gewehrt. Ich war damals nicht versichert und wollte mir die Krankenhauskosten sparen“, gesteht der zweifach Vorbestrafte.
Damals hatte er sich mit 2,5 Promille intus auch gegen Polizisten gewehrt. „Mir ist klar, dass das falsch war.“ Und auch den dritten Vorwurf, den versuchten Diebstahl einer Jacke, räumte er trotz Erinnerungslücken ein. Der Richter fragte nach, was den im Leben des Mannes passiert sei. „Ich bin vor etwa zwei Jahren auf der Straße gelandet. Ich habe meine Freundin, meinen Job und meine Wohnung verloren.“ Die Rettung suchte er im Glas. Doch nun hat er dem Alkohol abgeschworen und macht einen Entzug.
Und dafür solle er noch eine Chance bekommen, befand der Richter. Das nicht rechtskräftige Urteil: neun Monate auf Bewährung.













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