17.07.2022 12:30 |

„KRONE“-KOMMENTAR

Mangelware

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Am 7. März schlugen in Gostomel, einer 1700 Kilometer von Salzburg entfernten Siedlung am Stadtrand von Kiew, russische Raketen in eine Glasfabrik. Jetzt beginnen auch wir die Folgen zu spüren: Bierflaschen werden knapp. Die Geschäfte in Deutschland bitten ihre Kunden schon dringend, leere Flaschen zurück zu bringen.

Für die wenigen Fabrikanten in Europa wird es nicht leicht, den Verlust des ukrainischen Großproduzenten zu ersetzen. Das liegt auch daran, dass Glaserzeugung Energie-intensiv ist. Flaschen werden damit zur Mangelware. Auch von österreichischen Winzern ist zu hören, dass sie weniger Nachschub bekommen.

Das klingt wie eine Kleinigkeit. Das ist es auch , gemessen am Leid und an den vielen ungewohnten Schwierigkeiten. Doch der Flaschenengpass zeigt, wie massiv die von Putins Krieg ausgelösten Probleme den Alltag zu durchdringen beginnen. Dort wird etwas teurer, da fehlt etwas.

Wir sind eine verwöhnte Gesellschaft, die lernen muss, mit Improvisation und einer gewissen Gelassenheit das Leben zu meistern. Die von der FPÖ für den Herbst angekündigten Demonstrationen gegen eine schwächelnde und die Realität teilweise noch immer leugnende Politik werden die Lage nicht besser machen. Die Kraft lässt sich klüger einsetzen.

Wir alle gemeinsam haben durch Ignoranz und Gier eine auf Langfristigkeit bauende ökonomische Vernunft vernachlässigt. Jetzt müssen wir wieder mehr auf die heimischen Betriebe bauen. Und das ist gut so.

Claus Pándi
Claus Pándi
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