25.06.2022 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Das OMV-Dilemma

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Gas-Doppelmühle Deutschland bereitet sich bereits auf die Zeit nach 2027 vor. Ab da will die EU ohne Putin-Gas auskommen, heißt es. Daher wurde bereits ein langfristiger Liefer-Vertrag mit Katar abgeschlossen. Österreich kann das nicht, beklagt Ex-OMV-Chef Gerhard Roiss. Denn unsere „Take or Pay“-Verträge besagen, dass wir 6 Milliarden m³ pro Jahr von der Gazprom abnehmen müssen. Eine Milliarde erzeugen wir selber. „Daher können wir nicht gleichzeitig einen zusätzlichen Milliardenvertrag mit anderen abschließen, eine klassische Doppelmühle“, so Roiss.

Vertragsproblem Mit diesen 7 Milliarden Kubikmetern werden wir unseren Jahresbedarf in Zukunft abdecken können, weil der Verbrauch (derzeit 8,5 Mrd. m³) wohl zurückgehen wird. Die Frage ist, was passiert, wenn die OMV aussteigen will? Die Gazprom würde wohl klagen. Eine Chance, aus dem Dilemma rauszukommen gäbe es nur dann, wenn man nachweisen könnte, dass beim Abschluss des für die Russen so vorteilhaften Gasvertrages (bis 2040 jährliche Zahlungen) etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. Es läuft eine OMV-interne Untersuchung.

Wenig Transparenz Überhaupt gäbe es beim Gas-Thema zu wenig Transparenz in Österreich, kritisiert Roiss. Das betreffe z. B. die Liefermengen aus Norwegen oder die Speicher: Wir tun so, als ob diese zu 40% für uns gefüllt wären, dabei gehört ein Teil der Menge den Deutschen, die gültige Verträge vorweisen können.

Manfred Schumi
Manfred Schumi
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