33 Todesopfer heuer alleine schon auf den steirischen Straßen, fast jeden Tag folgen neue Horrormeldungen. Was ist da los? Der Grazer Psychologe und Verkehrscoach Dieter Krainz ortet gerade bei den Strafen in Österreich noch Luft nach oben.
„Krone“: Haben zwei Jahre Corona-Pandemie auch Auswirkungen auf das Verhalten im Straßenverkehr?
Dieter Krainz: Ja. Die Einschränkungen, die es durch die Pandemie gab, haben natürlich dazu geführt, dass die Leute insgesamt ein höheres Aggressionspotenzial aufgebaut haben. Und der Straßenverkehr verspricht ja, dass man sich frei bewegen kann. Dann empfinden es viele Verkehrsteilnehmer als frustrierend, wenn diese Verheißung nicht eingelöst werden kann, wie sie sich das vorstellen.
Unfälle unter Alkohol-Einfluss nehmen heuer wieder zu. Warum setzen sich Leute trotz hoher Strafen immer wieder betrunken hinters Steuer?
Die Leute nehmen sich schon vor, ihr Fahrzeug nur in Betrieb zu nehmen, wenn sie nüchtern sind. Aber durch den Alkohol wird man eben leichtsinnig, riskiert plötzlich viel mehr und glaubt dann, es wird schon ausgerechnet heute nichts passieren.
Zieht sich das Problem Alkohol am Steuer durch alle Gesellschaftsschichten?
Grundsätzlich ja, wobei man sagen muss, dass junge Lenker im Vergleich zu vor 20 Jahren viel vernünftiger geworden sind. Es gibt zwar immer noch schwarze Schafe, aber in den 80er-Jahren etwa war es noch normal, dass quasi jeder betrunken nach Hause gefahren ist.
Was sind die häufigsten Unfallursachen?
Die Hauptursache ist immer noch nicht angepasste und überhöhte Geschwindigkeit. Dann folgt auf Platz zwei Unachtsamkeit, etwa Hantieren mit dem Handy oder dem Radio.
In den 80er-Jahren war es noch normal, dass quasi jeder betrunken nach Hause gefahren ist.
Dieter Krainz
Sind die Strafen hierzulande Ihrer Ansicht nach ausreichend?
Was das angeht, befinden wir uns in Österreich im Vergleich mit anderen Ländern schon fast in einem Schlaraffenland für Verkehrssünder. Wir haben Toleranzen, die es anderswo nicht gibt, etwa die 0,5-Promille-Grenze.
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