01.04.2022 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Lohnrunden mit Einmalzahlung?

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Nach Jahren stabiler Preise ist es mit dieser Idylle zu Ende: Im März sind in Deutschland die Preise um 7,3 Prozent gestiegen - das ist der höchste Wert seit 40 Jahren (erreicht beim Iran-Irak-Konflikt mit „explodierenden“ Ölpreisen).

Aber auch in Österreich verzeichnen wir rund sechs Prozent Inflation - zugleich schmelzen die Sparguthaben dahin, weil es kaum Zinsen dafür gibt. Kurzum: Den Leuten bleibt immer weniger Geld im Börsel, das merken nicht nur die Sozialmärkte.

Was soll in so einer Situation ein Gewerkschafter machen, der Lohnverhandlungen führt? Die Elektroindustrie hat gleich einmal sechs Prozent Erhöhung gefordert. Das ist ein Hammer, aber was sollen die Betriebsräte machen, wenn schon die Inflation so hoch ist?

Hier ist Augenmaß angesagt. Denn noch vor Kurzem hatte man damit gerechnet, dass die Inflation „nur“ 3,2 Prozent betragen werde - parallel dazu wurde der Zuwachs beim Wirtschaftswachstum zurückgenommen: Statt 4,3 Prozent sollen es nur noch 3,5 Prozent sein. Immerhin, aber in jedem Fall gibt es weniger zu verteilen.

Die Lohnrunden könnten eine gefährliche Lohn-Preis-Spirale in Gang setzen, die in einer lähmenden Stagflation endet. Einen Ausweg sehen Kenner der Szene in einem Doppelschlag: Zu den „normalen“ Lohnabschlüssen sollten Einmalzahlungen kommen. Dies würde helfen, die kritische Phase zu überwinden, und 2023 wird die Inflation wieder nachlassen.

Georg Wailand
Georg Wailand
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