29.03.2022 12:51 |

Einweisung in Anstalt

Attacke auf Autobahn: „Wollte Mutter nicht töten“

Ein 41-Jähriger musste sich am Dienstag vor dem Innsbrucker Landesgericht wegen versuchten Mordes an seiner Mutter auf der Inntalautobahn verantworten. Der an paranoider Schizophrenie leidende Mann soll im November, als seine Mutter staubedingt bei der Ausfahrt Wattens anhalten musste, ausgestiegen sein und mehrmals mit einem Küchenmesser auf sie eingestochen haben. Einstimmige Entscheidung der Geschworenen: Einweisung in eine Einrichtung für geistig abnorme Rechtsbrecher. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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„Ermorden wollte ich meine Mutter nicht“, sagte der 41-jährige deutsche Staatsbürger. Er gab an, dass er am Tag der Tat im November 2021 an einer Wahnvorstellung litt. Außerirdische hätten versucht, seiner Mutter einen Mord an einem Baby in die Schuhe zu schieben, deshalb habe er die Aufmerksamkeit auf sich lenken wollen. Er habe das Messer genommen und „leicht zugestochen, dass es real aussieht“, schilderte er seine Wahrnehmung des Geschehenen.

Für seinen Verteidiger war dies deshalb nur leichte Körperverletzung, weil der Deutsche seine Mutter gar nicht töten habe wollen. Er habe vielmehr versucht, seine Mutter zu beschützen. Der 41-Jährige würde ohnehin aus anderen Gründen in einer Anstalt untergebracht, räumte er ein. Sein Mandant habe zwar nach der Tat in einer Einvernahme gesagt, dass er seine Mutter töten habe wollen - allerdings sei er damals in einem Ausnahmezustand gewesen. Mittlerweile sei er medikamentös eingestellt, daher seien die heutigen Angaben ausschlaggebend.

Als „Betroffener“ vor Gericht
Die Staatsanwältin führte in ihrem Eröffnungsplädoyer aus, dass der Mann nicht als Angeklagter vor den Geschworenen sitzen würde, sondern als „Betroffener“. Er habe mehrmals unterschiedliche Angaben dazu gemacht, warum er auf seine Mutter eingestochen hatte. Es sei lediglich ein Zufall gewesen, dass seine Mutter vom 21 Zentimeter langen Messer nicht am Oberkörper und im Halsbereich getroffen worden war. In ihrem Schlussplädoyer führte sie aus, dass sie nicht glaube, dass der Mann seine Mutter nur leicht verletzten wollte.

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Es geht nicht darum, Sie zu bestrafen und Sie für immer einzusperren, sondern in medizinische Behandlung zu bringen, so lange es nötig ist.

Der Richter

Ohne eine entsprechende medizinische Behandlung sei es möglich, dass er erneut eine Straftat mit schweren Folgen begehen werde, begründete sie ihren Antrag. Auch der sehr behutsam vorgehende Richter erklärte dem 41-Jährigen: „Es geht nicht darum, Sie zu bestrafen und Sie für immer einzusperren, sondern in medizinische Behandlung zu bringen, so lange es nötig ist.“

Angeklagter bereits amtsbekannt
Der 41-Jährige war in Deutschland bereits amtsbekannt und wegen seiner Erkrankung in einer geschlossenen Anstalt gewesen und hatte in einer Wohngruppe gelebt. Als er die Wohngruppe für Ausgänge verlassen durfte, war er an jenem Novembertag aber nicht mehr zurückgekehrt, sondern mit seiner Mutter auf dem Weg nach Italien gewesen. Als er sie plötzlich attackierte, verhinderten Zeugen Schlimmeres. Ein Mann konnte ihn mit einem Pfefferspray überwältigen und mit Kabelbindern fixieren. Das Opfer erlitt Schnittverletzungen an Armen und Händen.

 Tiroler Krone
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