Ohne starke Frauen gibt es auch keine starke Demokratie, weiß Zoe Lefkofridi, wissenschaftliche Leiterin des Gendup Centers der Uni Salzburg. „Haben wir keine Gleichstellung der Geschlechter, dann ist das eine große Gefahr für die Zukunft der Demokratie“, sagt die gebürtige Griechin und Pionierin in der Geschlechterforschung. Das hat auch die Europäische Kommission erkannt und die Salzburger Forscherin mit einem drei Millionen Euro Projekt beauftragt.
Zehn europäische Partner – unter anderem aus Großbritannien, Spanien, Ungarn und Polen – forschen unter der Koordination von Lefkofridi und ihrer Kollegin Nadine Zwiener-Collins zur Rolle des Feminismus in Demokratien.
Wir wollen nicht nur die Politik, sondern direkt die Bürger ansprechen. So können wir besser eine nachhaltige Veränderung erreichen.
Nadine Zwiener-Collins, Postdoc an der Uni Salzburg
Trump und Orban als Gefahr für Gleichstellung
Dabei schauen sie sich online und offline an, wie es um die Rechte der Frauen steht, wie sie mitbestimmen können oder auch systematisch zum Schweigen gebracht werden. „Wir haben gesehen, wie Orban und Trump über Frauen sprechen und wie dieser sexistische Diskurs Frauen als Objekte oder minderwertig darstellt. Das ist gefährlich und da wollen wir mit unserer Forschung gegensteuern“, zeigt Lefkofridi auf.
Finanziert wird das Projekt vom Wissenschaftsförderprogramm Horizon Europe. Es startet mit Jänner 2023 und dauert drei Jahre. Für die Abwicklung werden weitere Stellen in Salzburg ausgeschrieben.
Ziele: Starke Demokratie, Informationen für Bürger
Ziel ist es, nicht nur der Politik, sondern auch den Bürgerinnen und Bürgern konkrete Handlungsempfehlungen zu geben, um die Gleichstellung und somit auch die Demokratie in Europa zu stärken. Auch Podcasts, Cartoons für Schulen sowie ein Theaterprojekt sind geplant. „Wir wollen die Bürger direkt ansprechen. So können wir besser eine nachhaltige Veränderung erreichen“, sagt Zwiener-Collins, die als Postdoc an der Uni arbeitet. Die Forscherinnen erhoffen sich durch das Projekt eine Stärkung des Wissenschaftsstandorts und weitere Unterstützung für Geschlechterforschung. Zum Auftakt findet in Salzburg eine große Konferenz statt.










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