Fahrt ins Krisengebiet

Immer mehr private Hilfe für notleidende Ukrainer

Zwettler fuhr in zwei Tagen 2000 Kilometer um Flüchtlingen dringend benötigte Hilfsgüter zu bringen. Auch Garstener und sein Team kehrten gestern nach Hilfsaktion aus Kriegsgebiet zurück.

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Eine wagemutige Hilfsaktion für die Menschen in der Ukraine hat Alex Donner vom Verein Zwettler Aktionsteam (ZAK) aus Zwettl an der Rodl auf die Füße gestellt. Er fuhr mit einem Kollegen und einer Ukrainerin aus dem Ort fast 2000 Kilometer, um gespendete Hilfsgüter zu überbringen.

Schlafsäcke, Batterien und Medikamente
Augenringe, Dreitagesbart – die Erschöpfung ist Alex Donner (43) noch deutlich anzusehen. Der Gemeindebedienstete hatte sich spontan bereit erklärt, zu helfen, als er von der Leiterin der Volksschule darauf angesprochen wurde! „Gestartet wurde die Aktion am Donnerstag um 18 Uhr. Bereits am Freitagabend sind wir mit einem prall gefüllten privaten Kleintransporter losgefahren“, erzählt der fünffache Vater. Nach achteinhalb Stunden Fahrt kamen Donner, Siegfried Danner und Lena Schartner in Irschawa in der Westukraine an. Dorthin haben sich Frauen, Kinder und Alte aus Kiew geflüchtet. Das mutige Trio aus dem Mühlviertel übergab vor allem Schlafsäcke, Decken, Powerbanks für Handys, Batterien und Taschenlampen an die Flüchtlinge. Besonders wertvoll: Medikamente gegen Erkältungen, die von Gemeindeärztin Astrid Hofbauer zur Verfügung gestellt wurden.

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Meine Motivation? Meine Eltern sind extrem sozial, und ich bin es auch. Die Freude der Flüchtlinge war wunderschön.

Alex Donner aus Zwettl an der Rodl

Das Lager im ZAK-Haus hat sich inzwischen wieder mit Sachspenden angefüllt. Ob Donner noch einmal fährt, weiß er noch nicht: „Wir haben Artilleriefeuer gehört, die Soldaten waren mit Kalaschnikows bewaffnet. Wenn man vor Ort ist, merkt man erst, wie ernst die Lage dort wirklich ist.“

Ukrainische Familie in Garsten untergebracht
Erschöpft und mit reichlich emotionalem Ballast im Gepäck kehrten gestern auch Daniel Muralter aus Garsten und sein Team vom Motorsport-Verein „4x4 Hilfe“ nach Österreich zurück. Letzten Donnerstag war man mit neun Bussen aufgebrochen, um im Westen der Ukraine ein Waisenhaus und ein Militärspital vor allem mit medizinischen Produkten zu versorgen. „An den Grenzen sind die Versorgungszentren zum Bersten voll, vor Ort geht ihnen aber das Material aus“, schildert Muralter die Situation im Kriegsgebiet, „die Dramen, die sich dort abspielen sind unvorstellbar, da bleibt auch beim stärksten Mann kein Auge trocken!“. Wenn es die Situation zulässt, wird Muralter, der auch eine Familie in Garsten untergebracht hat, erneut mit Hilfsgütern in die Ukraine fahren. Diesmal sogar mit einem Reisebus.

Daniel Lemberger
Daniel Lemberger
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