Wohnungen beworben

Kritik an touristischer Nutzung des Ärztezentrums

Salzburg
03.03.2022 08:00
Touristisch vermietete Wohnungen im Ärztezentrum St. Veit im Pongau regen auf. Ein „Krone“-Bericht löst in der Politik Empörung aus. Nicht nur die Opposition ist sauer, auch die Grünen äußern ihren Unmut über die Appartements auf ehemaligem Landesgrund. Schließlich wurde im Landtag anderes beschlossen.

Das Land verkaufte sieben Parzellen in der Gemeinde St. Veit, um im Rahmen eines Baulandsicherungsmodells jungen Familien die Schaffung eines Eigenheims zu ermöglichen – zu erschwinglichen Preisen. Zwei weitere Gründe gingen an den Sohn des Vizebürgermeisters Karl Schwaiger (ÖVP) und an die Gesellschaft der Familie für ein Ärztezentrum. Dieses wird derzeit errichtet und soll im Mai fertig sein.

Jetzt tauchten – wie berichtet – neue Fakten auf. Denn drei Wohnungen im Ärztezentrum werden zur touristischen Nutzung bereits im Internet angeboten. Eigentlich sind sie nur für Patienten in der Zeit rund um ihre Eingriffe vorgesehen. Dabei war von einer touristischen Nutzung allerdings nie die Rede. Das bringt nicht nur die beiden Oppositionsparteien SPÖ und FPÖ, sondern auch die Grünen in Rage. „Wir sind uns in der Regierung einig, dass wir genau das nicht wollen“, sagt Josef Scheinast (Grüne) und fügt hinzu: „Ich habe zuvor nie etwas von Wohnungen, sondern nur von Praxen im Ärztezentrum gehört.“ Damit spielt er auf den dazugehörigen Beschluss im Landtag im März 2021 an. Noch drastischer sieht es Andreas Teufl (FPÖ): „Zuerst erschleicht man sich günstigst Bauland unter dem Vorwand der privaten Nutzung und dann versucht man dies als Luxusobjekte touristisch zu vermarkten.“ Es sei auch ein Schlag ins Gesicht für die Hotellerie und zeige die Seilschaften der ÖVP.

Gründe für Familie des Ex-Bürgermeisters?
Auch die SPÖ kritisiert diese „Freunderlwirtschaft“. „Wie uns Einheimische erzählen, gingen weitere Parzellen an Familienmitglieder eines ehemaligen St. Veiter ÖVP-Bürgermeisters und an eine ebenfalls der ÖVP sehr nahe stehende Person“, befürchtet Hans Ganitzer (SPÖ) weitere Seilschaften.

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