01.03.2022 09:13 |

Nach Ausschluss

Russische Notenbank bietet SWIFT-Alternative an

Nach dem Abkoppeln russischer Banken vom internationalen Zahlungssystem SWIFT bietet die Notenbank in Moskau eine interne Alternative an. Zentralbankchef Elvira Nabiullina sagte am Montag, mit diesem System könnten sich auch ausländische Gegenparteien verbinden. 

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Als Reaktion auf die russische Invasion der Ukraine hatte der Westen eine Reihe russischer Banken von SWIFT abgeklemmt. Diese Finanzinstitute können ihre Verbindlichkeiten gegenüber vielen ausländischen Gläubigern damit nicht mehr über dieses System begleichen. Laut Nabiullina werden alle Banken ihren Verbindlichkeiten nachkommen. Alle Gelder auf den Konten seien sicher. Zugleich betonte sie, die Notenbank habe am Montag nicht auf dem Devisenmarkt interveniert. Wer Dollar und Euro zur Stützung des trudelnden Rubels auf den Markt geworfen hat, ließ sie offen.

Auch am Dienstag kein Aktienhandel an Moskauer Börse
Die EU hatte in der Nacht die angekündigten schwerwiegenden Sanktionen gegen die Moskauer Zentralbank in Kraft gesetzt. Sie umfassen ein Verbot von Transaktionen der Bank in Bezug auf die hohen russischen Währungsreserven in Euro. Zudem wird das Vermögen der Bank in der EU beschlagnahmt. An der Moskauer Börse soll daher wie bereits tags zuvor auch am Dienstag kein Aktienhandel stattfinden, wie die russische Zentralbank entschied. 

Bei einer Wiedereröffnung dürfte es an der Moskauer Börse turbulent zugehen. In der vergangenen Woche - also vor der Sanktionsverschärfung etwa durch den SWIFT-Ausschluss - war der russische RTS-Index um ein Drittel gefallen. Der RTS-Index (Russian Trading System Index) gilt als Benchmark beim russischen Aktienhandel. Ohne eine Erholung um mehr als ein Viertel am Freitag wäre das Wochenminus noch größer ausgefallen. Vor dem Wochenende hatten vage Hoffnungen auf Gespräche zwischen Russland und der Ukraine für Kursgewinne gesorgt.

Russische Wirtschaft auf Talfahrt
Der russischen Wirtschaft dürfte dessen ungeachtet Ökonomen zufolge ein Einbruch bevorstehen. Einer Analyse der US-Großbank JPMorgen zufolge dürfte das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um 20 Prozent zum Vorquartal fallen. Für das Gesamtjahr 2022 wird mit einem Minus von 3,5 Prozent gerechnet. Die Inflationsrate dürfte am Jahresende bei mindestens zehn Prozent liegen. „Sollten diese neuen Sanktionen tatsächlich umgesetzt werden, wären die Auswirkungen auf die russische Wirtschaft gravierend“, so JPMorgan-Ökonom Jahangir Aziz.

In konjunkturell schwierigen Zeiten seien die hohen Devisenreserven der Zentralbank und der Überschuss in der Leistungsbilanz die beiden stützenden Säulen gewesen. „Jetzt nicht mehr“, sagte Aziz.

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