18.02.2022 16:05 |

Umfrage in Tirol zeigt

Nur jeder Zweite ist mit Lokalpolitik zufrieden

Herrscht vor den Wahlen am 27. Februar Politikverdrossenheit im Land oder sind die Bürger prinzipiell mit den Entscheidungsträgern in ihren Gemeinden zufrieden? Die IMAD-Marktforschung hat im Auftrag der „Krone“ bei Tirolern nachgefragt und wollte auch wissen, wie sie zu Gemeindefusionen stehen.

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Der Frust scheint bei vielen groß zu sein. Nur jeder zweite Tiroler zeigt sich nämlich laut der aktuellen IMAD-Umfrage, die im Auftrag der „Tiroler Krone“ Anfang Februar durchgeführt wurde, mit der Kommunalpolitik ganz allgemein zufrieden. 46 Prozent der Befragten sind mit der Politik in ihren Ortschaften nicht zufrieden. Davon sind 35 Prozent weniger zufrieden, elf Prozent – also jeder Zehnte – überhaupt nicht

„Tristes Stimmungsbild zur Tiroler Kommunalpolitik“
Auffallend ist, dass sich die 30- bis 50-Jährigen mit der Politik in ihrer eigenen Gemeinde unzufriedener zeigen als alle anderen Generationen. „Wenig über die Gemeindepolitik informiert und subjektiv zu wenig in das Gemeindegeschehen einbezogen zu sein, führt zwangsläufig zu einer Unzufriedenheit mit der Gemeindepolitik. So sind die gerade einmal 51 Prozent Zufriedenheit ein eher tristes Stimmungsbild zur Tiroler Kommunalpolitik“, analysiert IMAD-Chefin Barbara Traweger-Ravanelli. Nur sieben Prozent der Befragten zeigten sich übrigens sehr zufrieden mit der Kommunalpolitik in ihrem Ort.

Tirolern wichtiger, was Nationalrat entscheidet
Doch wie wichtig ist für die Tirolerinnen und Tiroler überhaupt, was innerhalb der Gemeindegrenzen entschieden wird? Während 52 Prozent der Befragten die Entscheidungen des Gemeinderates für ihren Alltag und ihre eigenen Bedürfnisse für sehr wichtig empfinden, sind es bei denen des Nationalrates 55 Prozent.

„Die Ereignisse und Turbulenzen der letzten Jahre in der österreichischen Bundespolitik haben in der Bevölkerung Spuren hinterlassen. War es bisher eigentlich fast immer so, dass, je weiter entfernt das Entscheidungsgremium war, die sehr große Wichtigkeit bei den Tirolern geringer wurde, so zeigt sich jetzt, dass die Entscheidungen im Nationalrat wieder an Wichtigkeit zugenommen haben“, betont die Meinungsforscherin. Entscheidungen im Landtag finden 44 Prozent sehr wichtig. Lediglich 26 Prozent kümmert es sehr, was im EU-Parlament beschlossen wird.

58 Prozent sprechen sich für Gemeindefusionen aus
Und wie wichtig ist den Tirolern, was in der Nachbargemeinde geschieht und wie finden sie Gemeindezusammenschlüsse? Schließlich schwappen vor allem bei den kleineren der insgesamt 277 Gemeinden immer wieder Diskussionen zu Fusionierungen auf - wie sie zuletzt mit Matrei, Pfons und Mühlbachl sogar durchgezogen wurde.

Laut der Umfrage stehen die Tiroler Gemeindefusionen insgesamt betrachtet positiv gegenüber. So sind 58 Prozent persönlich für den Zusammenschluss von kleineren Ortschaften. 23 Prozent – mehr als jeder Fünfte – spricht sich jedoch dagegen aus. „Vor allem Tiroler aus Kommunen mit bis zu 5000 Einwohnern sind gegen Zusammenschlüsse von Gemeinden. Auch in den Bezirken Imst, Reutte und Lienz sind mit 30 bis 33 Prozent mehr Gegner von Gemeindefusionen zu finden, als in den restlichen Bezirken“, schildert die IMAD-Chefin.

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Wie überall im Leben ist immer zu beachten, dass frühzeitige und bürgernahe Information, Kommunikation und Aufklärung die Ängste und Skepsis vor jeglichem ,Neuen’ schrumpfen lassen.

IMAD-Chefin Barbara Traweger-Ravanelli

Infos und Aufklärung gegen Angst und Skepsis
Speziell bei diesem Thema sei die Aufklärungsarbeit der Politik besonders wichtig. „Pro und Contra müssen für den Bürger verständlich und greifbar aufbereitet werden. Welche Vorteile bringt eine Fusion? Gibt es auch Nachteile? Denn in dieser Frage ist sich der Bürger immer selbst der Nächste“, weiß Barbara Traweger-Ravanelli und betont: „Wie überall im Leben ist immer zu beachten, dass frühzeitige und bürgernahe Information, Kommunikation und Aufklärung die Ängste und Skepsis vor jeglichem ,Neuen’ schrumpfen lassen. Das heißt aber nicht, dass dann jeder zum Befürworter einer Sache werden muss – aber eben ein aufgeklärter und vor allem informierter Bürger!“

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