17.02.2022 08:00 |

Nach Abschiebung

ÖVP-Landesrat setzt sich jetzt für Husein (13) ein

„Mir kommen wieder die Tränen“, sagt Walter Windischbauer über seinen Tischtennis-Schützling, der am Dienstag Österreich verlassen musste. Wie berichtet, abgeschoben nach Aserbaidschan. Husein (13) ist nun mit seiner Familie bei seiner Oma. Die Schubhaft war ein Horror. Aber es gibt jetzt wieder neue Hoffnung in Person von Sportlandesrat Stefan Schnöll.

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„Wie Tiere“ sei die Familie während der mehrtägigen Schubhaft in Wien behandelt worden, erzählt Walter Windischbauer der „Krone“. Am Dienstagabend hatte er noch mit den Salimovs telefoniert. „Sie durften kein Fenster aufmachen, hatten drei Tage lang kein Sonnenlicht und keine frische Luft in ihrer Zelle“, schildert der Vize-Obmann des UTTC Salzburg.

Schubhaft als Horror und Tränen im Sportverein
Dem Buben soll sogar angedroht worden sein, ihn in den Keller zu sperren, weil er die ganze Zeit nur heule. „Da frag ich mich ernsthaft, ob wir im Mittelalter leben“, sagt Windischbauer. Mittlerweile ist die Familie bei der Oma in der Stadt Lenkoran am Kaspischen Meer. „Der Bub hat mich sogar gebeten, in der Schule Bescheid zu geben und, wenn möglich, ihm auch Lernmaterialien zu schicken.“

Auch im Tischtennis-Verein flossen Tränen: „Es macht betroffen, wenn alle 15 Kinder zu weinen beginnen.“ Die Abschiebung von Husein und seinen Eltern schockiere alle. „Er hätte mit Sicherheit Nationalspieler werden können“, weiß Windischbauer.

Mit 13 bereits in der Landesliga
Wie berichtet, galt Husein als großes Tischtennis-Talent. Er spielte mit seinen 13 Jahren bereits in der Landesliga mit. Doch der Sportler-Traum platzte, als die Familie den negativen Asylbescheid erhielt. Seit 2016 waren die Salminovs hier, hatten sich gut integriert. Doch die Behörden wiesen alle Anträge auf Asyl und humanitäres Bleiberecht ab.

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Mir geht das Schicksal von Husein sehr nahe. Ich bin in erster Linie berührt vom menschlichen Schicksal, abseits vom Sportlichen.

Landesrat Stefan Schnöll (ÖVP)

ÖVP-Politiker sucht jetzt nach Möglichkeiten
Nun keimt aber neue Hoffnung auf – in der Person von Sportlandesrat Stefan Schnöll (ÖVP): Er kündigte gegenüber der „Krone“ an, alle „rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen, damit die Familie wieder legal nach Österreich kommen kann“. Schnöll hat auch das Gespräch mit dem Tischtennis-Verein gesucht: In den nächsten Tagen wird es zu einem Treffen kommen. Eine Möglichkeit für eine Rückkehr von Husein wäre beispielsweise ein Schüler-Visum.

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