„Darf nicht passieren“

Familie erhebt schwere Vorwürfe nach Tod von Oma

Burgenland
11.02.2022 10:05

Eine Familie aus Apetlon im Burgenland erhebt schwere Vorwürfe gegen eine 24-Stunden-Pflegerin. Die Frau soll nichts unternommen haben, als die 93-jährige Großmutter in ihrem Beisein in der Wohnung gestürzt ist. Sie soll auch niemanden verständigt haben. Die Sache nahm ein tragisches Ende: Die 93-Jährige verstarb wenig später.

Laut den Schilderungen der Enkelin dürfte die Großmutter in der Nacht zu Sturz gekommen sein. Die Pflegerin habe sich zu diesem Zeitpunkt in der Wohnung befunden. Weil sich die Großmutter nicht wie jeden Morgen telefonisch gemeldet habe, habe ihr Onkel schließlich angerufen. Es habe jedoch die rumänische Pflegerin abgehoben und gemeint: „Oma liegen am Boden.“

Die Familie fuhr sofort hin und fand die 93-Jährige am Boden vor. Die Pflegerin sei einige Meter daneben gestanden. „Die Oma hat gewimmert und war dehydriert“, erzählt die Enkelin. Auf die Frage, warum sie nicht geholfen habe, habe die Rumänin gemeint: „Nix wollen.“ Die alarmierte Rettung nahm die Pensionistin mit. Als die 93-Jährige später wieder heim gebracht wurde, sei sie noch angeschlagen gewesen. Die Betreuerin wurde auf Wunsch der Familie von der Agentur am selben Tag abgezogen. In der Nacht darauf verstarb die Großmutter.

Viele offene Fragen
Für die Hinterbliebenen stellen sich jetzt viele Fragen. „Warum hat die Pflegerin niemanden verständigt, sie hatte alle Telefonnummern. Was wäre gewesen, wenn mein Onkel erst später angerufen hätte“, fragt die Enkelin. Die 93-Jährige sei mit der Rumänin unzufrieden gewesen, diese habe nicht reagiert, wenn sie gerufen wurde. Ihre Oma sei nicht mehr mobil, aber geistig voll da gewesen, sagt die Enkelin.

Anzeige wurde keine erstattet, auch weil die Familie nicht wollte, dass die Verstorbene obduziert wird. Man will den Fall aber öffentlich machen. „So etwas darf nie wieder passieren. Wir wollen nicht, dass irgendjemand anders so etwas erleben muss“, so die Enkelin. Man müsse mehr auf die ältere Generation schauen, ohne alle Pflegerinnen in einen Topf zu werfen.

Familie sieht Agentur in der Verantwortung
Die Familie ist betroffen und verärgert. Sie sieht die Pflegeagentur Opifera in der Verantwortung. Diese habe es nicht der Mühe wert gefunden, vorbeizukommen und mit den Hinterbliebenen zu reden, heißt es.

Von Opifera wird betont, dass man schnell reagiert und die Pflegerin noch am selben Tag abgezogen habe. Mit der Betreuerin arbeite man bereits länger zusammen. Es habe nie etwas gegeben, sie habe gute Referenzen. Die Pflegekraft habe angegeben, der gestürzten Pensionistin eine Decke umgelegt zu haben. Zu den Vorwürfen könne man nichts sagen. Es handle sich um eine selbstständige Betreuerin. 

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