13.01.2022 08:00 |

„Job besser als Ruf“

Viele Amtsarzt-Stellen trotz Pandemie unbesetzt

Amtsärzte dringend gesucht! In den steirischen Bezirkshauptmannschaften sind aktuell mehr als sieben Stellen nicht besetzt - und das teilweise schon seit längerer Zeit. Rosemarie Gössler, die in Voitsberg tätig ist, wirbt hingegen für den Job.

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„Unter Amtsarzt stellt man sich oft einen langweiligen, verstaubten Beruf vor. Doch dem ist nicht so“, sagt Gössler, die Sprecherin der steirischen Amtsärzte. „Die Bezeichnung müsste eigentlich anders lauten.“ Denn der Aufgabenbereich ist breit gestreut, „jeder Tag ist eine neue Herausforderung“.

Zu den Kernaufgaben zählen unter anderem die sanitäre Aufsicht in Krankenanstalten, die Überprüfung von Hallenbädern, umweltmedizinische Gutachten (wenn sich etwa Anrainer einer Firma über Lärm und Staub beschweren), Impfungen wie Grippe oder FSME sowie die Untersuchung von Prostituierten. Gerade bei meldepflichtigen Krankheiten wie Masern oder Legionellen sind die steirischen Amtsärzte gefordert.

„Ein tägliches Krisenmanagement“
„Es gibt immer etwas Neues“, wird Gössler nicht langweilig. Das gilt vor allem seit Ausbruch der Corona-Pandemie. „Die Arbeit ist in normalen Dienstzeiten nicht mehr bewältigbar. Es ist anstrengend, aber trotzdem interessant, ein tägliches Krisenmanagement.“

Sieben Stellen unbesetzt
So begeistert Gössler über ihre Tätigkeit ist, viele Ärzte reizt sie dennoch nicht. Laut Auskunft von Birgit Krainer, stellvertretende Leiterin der Landes-Personalabteilung, sind derzeit zwar in der Landessanitätsdirektion - mit dem attraktiven Dienstort Graz - alle zehn Dienststellen besetzt, in den Bezirkshauptmannschaffen hingegen nur zehn von 17 Stellen. Dramatisch ist die Lage in den Bezirken Liezen, Südoststeiermark und Bruck-Mürzzuschlag: Hier sind beide Posten teils schon lange vakant. Immerhin: In Bruck-Mürzzuschlag ist ab Mitte Februar zumindest eine Stelle halb besetzt.

„Wir sind nicht die Bösen“
Weshalb ist es so schwer, die schon mehrfach ausgeschriebenen Jobs zu besetzen? „Ärzte können sich den Arbeitsplatz aussuchen. Und es gibt besser bezahlte“, sagt Gössler offen, die aber auch festhält: „Es ist eine sichere Arbeit mit einem sicheren Gehalt. Man hat keine Ausgaben für eine Ordination, ein tolles Team und normalerweise geregelte Dienstzeiten.“ Das Image könnte aber besser sein: „Wir sind nicht die Bösen, die den Führerschein wegnehmen und dann auch noch impfen“

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