12.01.2022 23:00 |

Perfekte Passform

Trotz Homeoffice: Steirer stehen auf Maßhemden

Die Pandemie hat die Mode verändert. Doch trotz Homeoffice und Online-Handel setzen immer mehr Männer auf Hemden, die von Hand auf den Leib geschneidert werden. Davon berichtet auch Christina Poharec, die ein Geschäft in Graz führt.

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Es ist genau dann gefragt, wenn es im Leben wirklich wichtig wird. Kaum ein anderes Kleidungsstück schafft es zu relevanten Anlässen, an denen nach einem kultivierten Auftritt verlangt wird, so oft aus dem Schrank wie das Herrenhemd. Puristisch und chic gehört es zu den Basics der Mode, ist aber gleichzeitig so wandelbar, dass es mit jedem Stil kombiniert werden kann.

Doch hat es der modische Klassiker bei verstärktem Homeoffice und weniger Businessreisen gerade schwerer als zuvor? Christina Poharec, die das Geschäft Piekfein in der Bürgergasse führt und neben Anzügen und Mänteln auch Herrenhemden nach Maß schneidert, könnte über dieses Thema ewig sprechen. Eigentlich lag die Befürchtung nahe, dass die Nachfrage in Corona-Zeiten ausbleiben würden, doch genau das Gegenteil war der Fall.

„Die Kunden sind fast Schlange gestanden“
„Speziell als Hochzeiten nachgeholt wurden, sind die Kunden fast Schlange gestanden“, erzählt Poharec. Bis Mitternacht habe sie teilweise gearbeitet, um das Pensum überhaupt zu schaffen. „Was mich selbst überrascht hat, ist, dass wir keine Umsatzeinbußen hatten. Trotz Pandemie und Jogginghosen-Boom sind wir jedes Jahr stärker geworden“, bestätigt sie. Der Grund dafür liege wahrscheinlich im hohen Wert der Handarbeit.

Es würde immer weiter weg von „Fast Fashion“ in Richtung Qualitätsmode mit optimaler Passform gehen. Laut Poharec hätten die Leute auch gelernt, insgesamt ein bisschen geduldiger zu sein. Das sei ein Faktor, der ihr sehr zugute käme. „Zeit spielt bei Maßanfertigung ohnehin eine große Rolle, und das wissen die Kunden auch“, bestätigt die Piekfein-Chefin.

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Was mich selbst überrascht hat, ist, dass wir keine Umsatzeinbußen hatten. Trotz Pandemie und Jogginghosen-Boom sind wir jedes Jahr stärker geworden.

Christina Poharec

Bis zu sechs Wochen Wartezeit
Zwischen vier und sechs Wochen müsse man derzeit auf sein maßgefertigtes Hemd warten. Obwohl es verzögerte Lieferzeiten bei der Ware gab, die sie für die Fertigung benötigt, würde man sein Auftragsstück nicht später als sonst erhalten. „Zum Glück konnten wir auf lagernde Ersatztextilien ausweichen und selbst zu Spitzenzeiten alles termingerecht produzieren“, sagt Poharec.

Die Kosten für die feinen Stoffe, die sie für die handgearbeiteten Herrenhemden verwendet, seien allerdings um einiges teurer geworden, da es weltweit einen enormen Preisanstieg bei Rohmaterialien wie Baumwolle gab. Um fünf Prozent musste sie daher die Preise erhöhen. „Auf sein Wunschstück aus Popeline oder Twill verzichtet der Kunde deshalb aber nicht“, so die Geschäftsführerin. Denn: „Mit einem Hemd ist ,Mann‘ einfach immer gut angezogen.“

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