Am 1. Jänner 1922

Niederösterreich feiert 100 Jahre Eigenständigkeit

Happy Birthday, Niederösterreich! Das Land zwischen Enns und Leitha ist freilich bedeutend älter als 100 Jahre, doch am 1. Jänner 1922 trat die „Unabhängigkeitserklärung“ - das Trennungsgesetz von Wien - offiziell in Kraft. Seither hat sich das weite Land der vier Vierteln vom Bauerndorado am eisernen Vorhang zu einer der wohl innovativsten Regionen im Herzen von Europa weiterentwickelt.

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Was heute vor 100 Jahren in Kraft trat, hat selbstverständlich eine lange Vorgeschichte: Das sogenannte Trennungsgesetz sollte nicht weniger sein als ein Schlussstrich unter den ständigen Streit der Ständevertreter von Wien und Niederösterreich. Die rote Bundeshauptstadt unter Bürgermeister Jakob Reumann wollte nicht länger vom konservativ geprägten Umland abhängig sein – und umgekehrt. Zudem regte sich in Niederösterreich der Unmut, aufgrund der herrschenden Mehrheitsverhältnisse von einem sozialdemokratischen Landeshauptmann regiert zu werden. Und auch in den anderen sechs Bundesländern – das Burgenland zählte damals noch nicht dazu – war man nach dem erst kürzlichen Zusammenbruch der Monarchie nicht gerade froh über den „Wasserkopf“ im Osten. Immerhin lebten in Wien und Niederösterreich mehr als die Hälfte aller Einwohner, sämtliche Bundeswahlen wurden also auch hier entschieden.

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Dieses Jubiläum ist ein lohnender Anlass, um die Vielfalt und Einzigartigkeit unseres Heimatlandes Niederösterreich in den Mittelpunkt zu stellen.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP)

St. Pölten wurde Regierungssitz
Aus diesem Grund und den vollkommen unterschiedlichen Herausforderungen einer Millionenstadt auf beengtem Raum auf der einen, und einem Flächenbundesland auf der anderen Seite, schlug man getrennten Wege ein. Bis Wien aber nicht mehr die Hauptstadt Niederösterreichs war, vergingen noch Jahrzehnte. Erst 1986 wurde die Industriestadt St. Pölten nominal zum Regierungssitz, fünf Jahre später erfolgte am Ufer der Traisen der Spatenstich, 1997 zog der Landtag schließlich aus dem Palais in der Herrengasse in der Wiener Innenstadt aus.

Landesstrategie in Planung
Heute findet man in Niederösterreich das Beste beider Welten – Städte sowie Ballungszentren umgeben von einem Land, das reich ist an Traditionen. „Heimatverbundenheit trifft bei uns auf Weltoffenheit“, bringt es Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner auf den Punkt. Sie will das runde Jubiläum zum Anlass nehmen, die blau-gelbe Identität weiter zu schärfen. Ein erster Schritt bis 2030 ist die Erarbeitung einer großen Landesstrategie: „Ein klarer Plan für die Zukunft, damit in Niederösterreich was weitergeht!“

Thomas Lauber
Thomas Lauber
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