16.12.2021 11:00 |

Handel im Wandel

Die steirischen „Packerl-Könige“

Weil es der Mensch bequem mag, drückt er online gerne auf den Button „kaufen“ statt ins Geschäft zu gehen. Sackerl-Schleppen macht nämlich keinen Spaß. Ein Faktum, das den Onlinehandel antreibt, wie Roland Fink von Niceshops erzählt.

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Während Geschäftsinhaber nach dem Lockdown aufatmen und alle Hände voll zu tun haben, Verluste aufzuholen, erobern Paketzusteller die Straßen. Dass Einkaufen im Netz aber nicht erst seit Ausbruch der Pandemie hohen Zuspruch erfährt, bestätigt Roland Fink, der Geschäftsführer von Niceshops. Täglich verschickt das Unternehmen um die 20.000 Pakete aus Saaz in der Steiermark und bedient mit 80 Prozent Exportanteil Märkte in der Schweiz, Slowenien, Deutschland und Italien. Die Wertschöpfung bleibt mit mehr als 11.000 heimischen Produkten großteils im Land. Für viele Produzenten sei der Online-Kanal eine Möglichkeit, den Vertrieb zu optimieren.

Je unkomplizierter, desto besser
„Am besten verkaufen sich gerade Spielzeug, Lebensmittel und 3D-Drucker.“ Die Corona-Krise habe den Trend, digitale Vertriebskanäle als primäre Anlaufstelle aufzusuchen, weiter verstärkt. „Der Kunde will heute schnell auf ein breites Sortiment zugreifen. Online geht das ohne Aufwand“, so Fink. Einfachheit würde dabei den Markt treiben. „Getränkekisten zu holen ist anstrengend. Das will niemand.“

Im stationären Handel sei es vor allem im Bereich der Lebensmittel immer schwieriger, ein Einkaufserlebnis zu schaffen. Genau das würde der Kunde aber suchen, wenn er ein Geschäft betritt. Auf die Frage, ob Niceshops den Offline-Handel gefährdet, antwortet Fink: „Man muss sich nicht als Gegner betrachten. Es braucht die Geschäfte. Die Frage ist nur, welche und wie viele.“

Einige Branchen hätten Umwälzungen in den letzten Jahren erfahren. „Aber es sind viele geblieben, die ihre Arbeit gut machen.“ Seinen Job führt auch Fink mit Leidenschaft aus. Bei all der Wirtschaftlichkeit spricht er immer wieder ein Thema an: Die Unternehmenskultur. „Respektvoller Umgang ist mir wichtig.“ Stolz sei er, dass seine 530 Mitarbeiter gerne in die Firma kommen. Auch die Klimaneutralität kann sich Niceshops auf die Fahnen heften. „In Sachen Umweltschutz müssen wir alle etwas tun.“ Doch das ist nicht das einzige Gebot der Stunde, Viele Branchen würden lernen müssen, in neuen Geschäftsmodellen zu denken. Denn eines ist klar: E-Commerce wird die Handelslandschaft weiter verändern.

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