„Krone“-Interview

Austria-Boss Hensel: „Alles offen und transparent“

 Frank Hensel, seit dem 5. November 2018 Austria-Präsident, steht vor dem letzten Spiel des Jahres heute gegen den LASK der „Krone“ Rede und Antwort. Es geht um Millionen, Insignia und den neuen Investor. „Wir werden dieses Thema in der Generalversammlung offen und transparent ansprechen, die Mitglieder fragen, wie sie dazu stehen“, so Hensel.

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„Krone“: Herr Präsident: Wenn Sie 2021 in einem Satz zusammenfassen müssten - wie würde dieser lauten?
Frank Hensel: Schwierig und turbulent! Wobei mich die Turbulenzen schon meine ganze Präsidentschaft hindurch begleiten, hinzu kommen zwei Jahre Corona, was ja auch kein Zuckerschlecken ist.

Der Rückblick auf 2021 im Detail?
Nach dem Ende der 22-jährigen Ära von Markus Kraetschmer musste natürlich vieles neu gemacht werden. Im April war die Lizenzverweigerung in erster Instanz für alle Austria-Fans und Verantwortlichen ein Schock, aber man muss ja auch immer etwas Positives sehen. Das Ganze hat im Verein etwas ausgelöst, es gab eine Dynamik, es gab Handeln und nicht nur Reden, das hat sich dann auch fortgesetzt, leider unterbrochen durch die wirklich unnötige und schlechte Entwicklung, was die Zusammenarbeit mit Insignia betrifft, da braucht man kein Wort mehr darüber zu verlieren.

Aber wenigstens öffneten die Insignia-Turbulenzen die Tür zu einem neuen Investor.
Das war das Gute daran. Als wir alle gemerkt haben, dass das aus vielerlei Gründen nichts wird, hat das einen neuen Prozess ausgelöst. Hätten wir die sieben Millionen von Insignia bekommen, weiß ich nicht, ob wir auf die Suche nach einem Investor gegangen wären.

Heraus kam die „Viola Investment GmbH“.
Die Entscheidung, exklusiv mit dem Österreich-Konsortium endzuverhandeln, ist keine schlechte Lösung. Neben der finanziellen Stabilität hat sie den Vorteil, dass wir mit Jürgen Werner sportliche Kompetenz mithineinbringen, das war zuvor immer ein Manko. Und: Der Verein bleibt am Steuer. Es gibt ein Vorkaufsrecht und eine Option, die den Verein in die Lage versetzt, dann, wenn es nicht funktionieren sollte, die Anteile zurückkaufen zu können. Das ist eine runde Lösung.

Stimmt es, dass Sie auch dabei sind?
Das ganze Präsidium ist dabei, sonst hätten wir es nicht zusammenbekommen. Wir waren ja schon in der schwierigen Phase bei den Lizenzbürgschaften dabei.

Einige sprechen da von einem möglichen Interessenskonflikt.
Auf das Thema Compliance habe ich in meiner ganzen Berufskarriere stets großen Wert gelegt. Wir werden dieses Thema in der Generalversammlung offen und transparent ansprechen, die Mitglieder fragen, wie sie dazu stehen. Jetzt wollen wir einmal die Verhandlungen bis Weihnachten fertigbekommen, dann ist die erste Etappe geschafft.

Und dann?
Zurücklehnen werden und dürfen wir uns auf keinen Fall. Für die Fortbestandsprognose für die nächsten paar Jahre brauchten wir einen Finanzierungsbedarf von zwölf Millionen, der ist jetzt gedeckt, das gibt uns mehr Planungssicherheit, nun muss weiter gekurbelt werden.

Weg vom Wirtschaftlichen, hin zum Sportlichen: Wie sieht da Ihre Bilanz aus?
Wir wollten und haben auf verdienstvolle Austrianer gesetzt, die Entscheidung für Manni Schmid als Trainer ist die richtige gewesen, auch Manuel Ortlechner ist als Sportdirektor unumstritten. Er hat viele Strukturen und Prozesse, die gar nicht nach außen dringen, angefasst. Und der aus der Not bedingte Weg mit den jungen Austrianern ist der richtige und zukunftsweisend.

Stellt Sie der Blick auf die Tabelle zufrieden?
Die Jungs hauen sich rein, wir haben jetzt drei Punkte mehr als vor einem Jahr nach siebzehn Runden. Und das mit einer Truppe, mit der uns das am Anfang und nach Anlaufschwierigkeiten keiner zugetraut hat!

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