10.11.2021 13:00 |

Skifahren am Gletscher

Für diese Mölltaler ist es immer Winter

Zwölf Monate im Jahr liegt am Mölltaler Gletscher Schnee. Hier sorgt Adi Gugganig mit seiner Crew für beste Pisten, weshalb Skistars aus der ganzen Welt zum Training in die Kärntner Bergwelt kommen.

Nicht nur Abfahrtsolympiasieger Matthias „Mothl“ Mayer und Skistar Manuel Feller trainieren regelmäßig am „Mölli“ - sogar Skirennläufer aus der Türkei genießen hier die tollen Pisten. Ermöglicht wird das durch das 30-köpfige Team der Mölltaler Gletscherbahnen, und davon profitieren alle begeisterten Wintersportler. In der Innerfragant bei Flattach ist es frühmorgens noch dunkel. Arbeitsbeginn.

„Komm! Steig vorne bei mir ein“, ruft mir Betriebsleiter Adi Gugganig zu. Denn Kärntens einziges Gletscherskigebiet erreicht man nur mit einer Fahrt in der längsten unterirdischen Standseilbahn der Welt.

Gletscherexpress
Im Jahr 1996 wurde hier ein 4718 Meter langer und 4,5 Meter breiter Stollen für den Gletscherexpress durch den Berg hinauf in 2234 Meter Höhe getrieben - bis dahin war der Mölltaler ein reines Sommerskigebiet. Von der Mittelstation geht es mit der Eisseebahn hinauf zum Restaurant Eissee mit seiner großen Panorama-Terrasse in 2800 Meter Höhe.

„Unser Skigebiet beginnt dort, wo die meisten anderen in Kärnten enden“, schmunzelt Andreas Reichhold. Der Seilbahn-Mitarbeiter ist heute mit Skiern unterwegs; Pistendienst sozusagen: „In der Nacht hat es kräftig gestürmt, deshalb fahre ich die Pisten ab und kontrolliere dabei alles.“

Herausforderung Wetter
Betriebsleiter Adi kennt die Berge und Gletscher hier wie kaum ein anderer: „Das Wetter ist unsere größte Herausforderung.“ Besonders Vereisungen an den Stahlseilen und Liftstützen stellen die Mitarbeiter vor Probleme; ebenso Sturm und Neuschnee. Denn der Mölltaler Gletscher garantiert fast das ganze Jahr lang Skispaß auf Naturschnee.

Tagwache: 4 Uhr
Seit 4 Uhr früh sind schon die fünf Leitwölfe, die 530 PS starken Pistenfahrzeuge unterwegs. Einen Leitwolf steuert Fabian Fercher, der seinen Job liebt: „Ich bin einfach gern draußen, auch wenn es oft nicht leicht ist, nachts bei Nebel beim Präparieren der Pisten nicht die Orientierung zu verlieren.“ Langsam manövriert er das tonnenschwere Gefährt in Richtung des 3122 Meter hohen Scharecks, der höchste Punkt im Skigebiet. Besonders freut es Fabian, wenn die weltbesten Skirennläufer über die von ihm und seinen Kollegen hergerichteten Pisten jubeln.

Hoch oben in gut 3100 Meter Höhe hat inzwischen Roland Frei seinen Arbeitsplatz in der Bergstation des modernen 6er-Sessellifts Gletscherjet bezogen. Die Aussicht von einem der höchsten Arbeitsplätze in Kärnten ist einfach traumhaft schön. „Siehst du, dort ist der Großglockner - und da der Hohe Sonnblick!“ Es ist 8.30 Uhr. Die ersten Trainierer, wie die Rennläufer genannt werden, sind schon da und auf der Trainingspiste werden die Läufe bereits gesteckt.

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Der Tourismus in Flattach und im Mölltal profitiert von den vielen Skirennläufern, vom Nachwuchs bis zur Weltelite, die zum Trainieren auf den Mölltaler Gletscher kommen.

Adi Gugganig, Betriebsleiter und seit 28 Jahren bei den Mölltaler Gletscherbahnen beschäftigt.

Doch selbst für die Mitarbeiter, die nicht für das reibungslose Funktionieren der neun Liftanlagen verantwortlich sind, ist dies kein Grund zum Rasten: In der Garage sind Adrian Erlacher und Johannes Bär dabei, die Pistengeräte zu servicieren und für den nächsten nächtlichen Einsatz vorzubereiten, der schon in wenigen Stunden beginnt.

Skifahren, Freeriden & Co
Das Skigebiet Mölltaler Gletscher bietet jedoch nicht nur Skirennläufern beste Bedingungen, auch alle Freerider mit ihren superbreiten Skiern finden hier im Winter allerbesten Pulverschnee, während andere einfach nur das einzigartige Erlebnis Skifahren in 3000 Meter Höhe in der Kärntner Bergwelt der Hohen Tauern erleben wollen.

Ich selbst freue mich bereits schon auf meinen nächsten Skitag auf dem tollen Mölltaler Gletscher.

Hannes Wallner
Hannes Wallner
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