Sa, 18. August 2018

Trotz Protesten

06.04.2011 09:25

Harter Kurs bei der Spitalsreform im Land bleibt

Der Besuchsmarathon geht los: Beinahe täglich pilgern seit Dienstag Delegationen aus der gesamten Steiermark in das Grazer Landhaus, um ihren Protest gegen die radikale Spitalsreform kundzutun - mit der Hoffnung, dass sich doch noch etwas ändern lässt. Den Anfang machten die Verantwortlichen aus Stolzalpe und Hörgas-Enzenbach (Bild). Doch Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder blieb hart: "Das Gesamtpaket wird nicht mehr aufgeschnürt!"

Bis jetzt habe sie noch keine Argumente erhalten, die eine Kurskorrektur rechtfertigen, betont die Spitalslandesrätin. Ein gewisser Spielraum ist aber möglich, wie das Beispiel Stolzalpe zeigt.

Dort stehen nämlich seit Dienstag zwei Maßnahmen zur Abfederung der harten Einschnitte (Schließung der Internen Abteilung mit 46 Betten, dazu 20 Betten minus in der Orthopädie) im Raum: Es könnte eine neue Abteilung für Remobilisation und Nachsorge kommen (20 Betten), möglich ist laut Edlinger-Ploder aber auch, dass die Interne Abteilung "nur" auf ein kleines Departement reduziert wird.

Glücklich zeigte sich die Führung des LKH nach dem Gespräch trotzdem nicht. Betriebsdirektor Reinhard Petritisch: "Allen Steirern steht die gleiche Versorgung zu, unsere Region wird aber benachteiligt." Er befürchtet, dass mittelfristig 150 Arbeitsplätze wegfallen. Edlinger bemüht sich, die Ängste zu nehmen: "Es sind etwa 100 Mitarbeiter betroffen, für sie gibt es aber eine Arbeitsplatzgarantie." Weitere Strecken zu ihrem Job werden einige aber wohl in Kauf nehmen müssen.

40.000 Unterschriften für Hörgas-Enzenbach
Auch Vertreter des LKH Hörgas-Enzenbach, es soll ganz geschlossen werden, waren am Dienstag in Graz. Sie brachten mehr als 40.000 (!) Unterschriften für den Erhalt mit. Dennoch konnten auch sie am Ende keinen Erfolg nach Hause melden. Am Mittwoch folgt die Delegation aus Wagna (Verlust der Gebärstation, Unfall- anstelle von allgemeiner Chirurgie): "Wir haben bereits mehr als 10.000 Unterschriften", berichtet Angestelltenbetriebsrätin Ingeborg Zadravec.

Und auch anderswo regt sich der Kampfgeist: In Voitsberg (Schließung der Gynäkologie) werden ebenso "Autogramme" gesammelt wie im Mariazellerland, wo alle 30 Betten abgezogen werden. "Für unsere Mitarbeiter eine Katastrophe", ist Betriebsrätin Elfriede Tröstl entsetzt. Und in Bruck hat der Gemeinderat eine Petition zum Erhalt der Geburtenstation verabschiedet.

von Jakob Traby und Ernst Grabenwarter, "Steirerkrone"

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