18.10.2021 12:00 |

Fußball

Bei Pichlers Premierentor jubelte der Papa mit

Benni Pichler traf erstmals für seinen Neo-Klub Holstein Kiel in der 2. deutschen Bundesliga. Beim 1:1 in Ingolstadt gab es auch familiäre Unterstützung. In nur einem Monat hat der 24-jährige Stadt-Salzburger nun schon drei Trainer erlebt.

Die an der Ostsee gelegene 250.000-Einwohnerstadt Kiel ist die nördlichste Großstadt Deutschlands. Und seit September neue Heimat von Benedikt Pichler. Der Stadt-Salzburger wechselte um eine Million € Ablöse von Austria Wien zum Traditionsklub Holstein Kiel (1912 deutscher Meister). Derzeit kämpft der Verein aber um den Klassenerhalt in der 2. Liga, liegt knapp (15.) über dem „Strich“.

Papa Paul, Onkel und Cousine auf der Tribüne
Da ist jedes Tor wichtig – wie jenes Samstag beim 1:1 in Ingolstadt. Wo Pichler per Kopf das 1:0 und sein erstes Profitor in Deutschland glückte – beim vierten Einsatz, dem zweiten von Beginn an. Da jubelten Papa Paul, der Onkel und eine Cousine auf der Tribüne mit. Die hatten extra den Weg nach Ingolstadt angetreten. „Ich bin mir sicher, dass ich mit zunehmender Spielzeit noch besser werden kann“, meinte der Stürmer, der in Gneis zu kicken begann, sich später in Anif, Grödig, bei Klagenfurt und Austria Wien (57 Spiele, elf Tore) durchsetzte.

Kiel elf Autostunden von Salzburg entfernt
Die Umstellung jetzt war die größte. „Elf Autostunden weg von Salzburg ist es schon was anderes. Spontane Treffen sind da nicht mehr möglich“, weiß Benni.Vor kurzem bezog er seine neue Wohnung. Mit dem Ex-Bullen Thomas Dähne hat er einen Mitspieler mit Salzburg-Bezug, zumal dessen Frau Salzburgerin ist. „Er hat mir viel geholfen. Und er versteht den Salzburger Dialekt“, scherzte Benni, der sich mit Hochdeutsch durchkämpfen muss. Beim mittlerweile dritten (!) Trainer innerhalb eines Monats.

„Viel taktischer als in Österreich“
Auf Ole Werner folgte interimistisch für zwei Spiele Dirk Bremser. Nun hat Ex-Hoffenheim-Coach Marcel Rapp das Sagen. Die größten Unterschiede zu Österreich? „Es ist alles viel taktischer. Und die Euphorie ist eine andere“, freut sich Pichler auf Spiele gegen Schalke 04 oder den HSV. Er gibt sich nicht erst seit dem Premierentor kämpferisch: „Ich bin mir sicher, dass ich mich durchsetzen kann.“

Herbert Struber
Herbert Struber
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