09.10.2021 18:00 |

Wandertipp im Herbst

Das Klappern weist den Weg durch bunte Weingärten

Gerade jetzt im Herbst zieht die südsteirische Weinstraße sehr viele Wanderer an. Äußerst beliebt ist hier der Klapotetzwanderweg. Wir schultern den Rucksack und gehen los - begleitet vom sanften Rattern der hölzernen Windräder.

Man begegnet ihm in der Südsteiermark wahrlich an allen Ecken und Enden, dem Klapotetz - jenem Windrad, das früher als Vogelscheuche die Trauben vor den Staren schützen sollte. Freilich, die Vögel fallen auf diesen alten Trick schon lange nicht mehr rein.

„Gehört zum Landschaftsbild dazu“
„Jetzt ist es ein Symbol der Weinbautradition und eine Attraktion, die zum Landschaftsbild dazugehört“, erzählt Lena Skringer. Erst vor drei Monaten wurde sie als jüngste Sommelière der Steiermark ausgezeichnet. Stolz zeigt sie ihr Diplom - im Hintergrund steht ein Klapotetz. Fast zeitgleich mit ihrem Abschluss wurde er neu aufgestellt - ein Unwetter hatten den alten zerstört.

Das Weingut Skringer in Eichberg-Trautenburg ist eine der Stationen entlang des Klapotetzwanderwegs. Er umfasst insgesamt 18,3 Kilometer (Wanderweg 1: 7,7 Kilometer; Wanderweg 2: 9,6 Kilometer). Gelbe Hinweisschilder mit schwarzer Schrift geben die Route vor. Es geht durch Wälder, auf deren Bäumen sich die Blätter schon in bunten Herbstfarben zeigen, durch die Weingärten und entlang von kleinen Straßen. Immer begleitet vom steten Klappern und ewigen Rattern der einstigen Vogelscheuchen.

Aufstellen der Klapotetze ist stets ein Fest
Viele der mehr als 500 Klapotetze in der Steiermark werden jede Saison auf- und dann wieder abgebaut. Stichtage sind der Tag des heiligen Jakobi (25. Juli) und Martini (11. November). Während der Abbau unspektakulär über die Bühne geht, ist das Aufstellen stets ein Fest, wie etwa bei der Jakobiwanderung in Ratsch.

Die Geschichte des Klapotetz’ geht zurück ins Jahr 1797, als er erstmals in einem Buch erwähnt wurde. Auch Erzherzog Johann soll auf seinem Weingut in Pickern bei Marburg einst einen aufgestellt haben.

Einer der letzten Klapotetzbauer
Bei unserer Wanderung kommen wir bei Erich Silberschneider am Klapotetzhof vorbei. Der Weinbauer ist einer der letzten Klapotetzbauer. Der sympathische Hobbytischler baut mit viel Liebe zum Detail dieses Stück Tradition - und das in allen Größen. Überall in seiner kleinen Werkstatt lehnen Bretter herum, der Boden ist mit Sägespänen bedeckt, auf dem Arbeitstisch ist gerade ein Klapotetz im Entstehen.

Gefertigt wird das Windrad aus mehreren Hölzern. „Das Gestell besteht aus Esche, die ist zäh. Die Kurbelwelle ist aus Akazie, das gibt ein langlebiges ,Grundl‘. Apfel- oder Birnenholz werden für die Halterung des Schlagbretts verwendet, und für die Flügel greift man zum Fichtenholz“, erklärt der Experte. Abgerundet wird der Klapotetz mit einem Schwanz aus Birkenholz. „Der macht nicht nur für die Optik etwas her, sondern dient dazu, den Klapotetz in die richtige Windrichtung zu drehen.“

Eva Stockner
Eva Stockner
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