30.09.2021 07:59 |

Champion

Ferdinand Habsburg: Wenn der Glaube Rennen gewinnt

Mit Le-Mans-Sieger Ferdinand Habsburg in der Kaiserlichen Wagenburg in Schönbrunn, wo das Moderne auf die Geschichte trifft und wo uns der junge Renn-Aristo über seine Welt, seine Pläne und den lieben Gott erzählt hat.

Wie schwierig ist es für das Kind von Prominenten, den eigenen Weg zu gehen? Vor allem wenn die Familie, so wie im Fall von Ferdinand Habsburg, auch noch solch eine Historie vorzuweisen hat? Also, egal, wie diffizil es de facto wirklich ist, der 24-jährige Rennfahrer lässt es sich nicht anmerken, macht aber gleichzeitig keinen Hehl daraus, dass er am Ende des Tages eben auch nur ein junger Mann mit Stärken und Schwächen ist.

So von uns erlebt, als wir ihn in die Wagenburg in Schönbrunn zum „Krone“-Fotoshooting samt Interview gebeten haben. Anlass: sein Sieg beim berühmtesten Langstreckenrennen der Welt, den 24 Stunden von Le Mans. Was hat sich seither für ihn verändert? „Die Leute wussten von mir früher oftmals wegen meiner spektakulären Crashes. Nicht so sehr wegen meiner Siege, die ich ja auch bereits feiern durfte. Und schlussendlich habe ich etwas gewonnen, das noch spektakulärer ist als meine Unfälle. Und es hat sich somit verändert, dass mich die Leute für meinen Sieg in Le Mans kennen und nicht mehr nur für meine Crashes“, muss er bei unserem Gespräch selbst ein wenig lachen.

Für ihn war dieser Sieg eine zusätzliche Motivation: „Ich bin am Montag nach Hause gekommen, und mein erster Weg war gleich ins Gym.“

Gebete im Cockpit nicht nur beim Sieg in Le Mans
Freilich, der smarte Sohn von Karl und Francesca Habsburg ist sich seiner Rolle bewusst. Auf der Strecke wie auch im Privaten. „Und wenn ich außerhalb des Rennautos bin, ist es schön, wenn ich zurückschalten kann. Und zwar zu dem, wer ich bin.“ Wie er das meint? „In dem Sinne, dass ich da der Ferdinand bin, der Sohn meiner Eltern und auch der Christ. Natürlich hofft ein jeder Christ, ein Missionar zu sein und hoffentlich die schönen Werte, die ein Christ lebt, mitzuteilen.“ Klingt alles besonnen und nüchtern zugleich. Doch genau das ist es, was den Profi-Rennfahrer Habsburg ausmacht. „In jedem Teil des Lebens ist irgendwo eine Angst, weil du nicht weißt, was du tust, wenn du 24 bist. (...) Ich würde sagen, beim Rennfahren hat mir der liebe Gott viel Selbstvertrauen geschenkt, dass ich nicht immer um Mut fragen muss ... “

Ferdinand ist diesbezüglich offen, transparent und gibt auch zu, dass er sich nicht nur auf dem Weg zu seinem großen und viel beachteten Sieg Ende August mit einem Gebet im Cockpit in Richtung Himmel wandte.

Start in der Formel 1? Sag niemals nie, aber ...
Wo ihn seine Karriere denn noch überall so hinführen wird, steht in den Sternen. Wobei, eine Tendenz lässt sich bei ihm nachvollziehen. Denn unsereins hätte sofort gesagt (wahrscheinlich ist’s auch das Wunschdenken als Patriot), dass er als Österreicher doch bitte in der Formel 1 starten soll. „Sag niemals nie, aber ich bin schon sehr tief drinnen beim Sportwagen-Sport. Die mit dem Formel-Sport zu vergleichen, ist wie einen Marathonläufer gegen einen Hundertmeter-Sprinter antreten zu lassen.“

Er müsste dafür seine komplette Arbeit auf den Kopf stellen, und zwar alles, was er die letzten Jahre gemacht hat. Darüber hinaus sieht er auch selbst persönliche Vorteile im Ausdauersport: „In der Formel 1 oder im Sprint Rennen brauchst du die Fähigkeit, komplett auf Löwe oder Tiger umschalten zu können. Das ist eine sehr coole Fähigkeit, die ich bewundere, aber ich würde sagen, dass das nicht meine stärkste Seite ist.“

Ganz klar sieht er seine besondere Eigenschaft eher darin, „dass ich eine Gruppe von Menschen zusammen zu einem größeren Sieg bringen kann. Man könnte jetzt behaupten“, grinst der Renn-Aristo, „dass das von meiner Familiengeschichte herrührt.“

Norman Schenz
Norman Schenz
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