„Verbrannte Erde“

Wer mag mit wem nach dem harten Wahlkampf?

Zweieinhalb Wochen noch sind’s bis zur Landtagswahl am 26. September - und der Wahlkampf wird immer hitziger geführt. Und zwar so, dass die Frage „Wer regiert mit wem nach der Wahl?“ immer interessanter wird: „Mag denn dann noch irgendwer mit irgendwem?“

Die ÖVP mit LH Thomas Stelzer wird wohl als stärkste Partei aus diesem Urnengang hervorgehen, sagen alle Umfragen. Sie wird sich daher ihren Mehrheitsbeschaffer im künftigen Landtag und in der Landesregierung (sofern sie auch dort einen braucht) aussuchen können – siehe die Szenarien unten. Allerdings hat ÖVP-Wahlmanager Wolfgang Hattmannsdorfer beim Auftakt zum Intensivwahlkampf vor kurzem sehr viel Erde verbrannt.

„Wird es Chaos in dieser Politik geben“
Die Grünen, so Hattmannsdorfer, seien jene, „die mit ihren Plakaten spalten, die ganze Berufsgruppen diskreditieren und in populistischer Manier das Chaos herbeischreiben“. Und er meint: „Die Plakate sind ja zu 100 Prozent wahr. Denn wenn die Grünen mehr Einfluss haben, wird es Chaos in dieser Politik geben, dann wird es Chaos in Oberösterreich geben!“ Die Grünen wollen trotzdem ein Arbeitsübereinkommen mit der ÖVP für die neue Landtagsperiode 2021 bis 2026. Aber die ÖVP eines mit den „Chaoten“?

Die SPÖ als Alternative? Kaum, nach dieser Diagnose von Hattmannsdorfer: „Die Sozialdemokratie, die nicht einmal selber weiß, wofür sie eigentlich steht. Und dadurch das einzige Rezept hat, gegen alles zu sein und vor allem unsere Politik ständig schlecht zu machen.“

Der Reibebaum Herbert Kickl
Am bisherigen Bündnispartner FPÖ reibt sich die ÖVP von Tag zu Tag mehr, anknüpfend an Herbert Kickls Führerschaft: „Der hat genau einen Grund, warum er jeden Tag aufsteht“, weiß Hattmannsdorfer: „Es ist sein Hass auf die Volkspartei. Das ist sein Hass auf uns. Und sein einziges Ziel ist es, uns im Bund zu brechen, in den Gemeinden zu schwächen und im Land zu stürzen.“Aber, so der ÖVP-Manager: „Für einen Kurs der Hetzer und Spalter haben wir keinen Platz!“

Schwächung der FPÖ
„Wer Kickl-freie Politik will, wählt die Volkspartei“, wirbt Hattmannsdorfer um eine Schwächung der FPÖ im Land. Die aber denkt gar nicht daran, ihren Bundesparteichef zu verstecken: Kickl tourt derzeit als „Corona-Skeptiker“ an der Seite von LH-Vize Manfred Haimbuchner durch Oberösterreich: gestern in Linz und Freistadt, heute wieder in Linz, in Ried (17. 9.), und nochmal in Linz (24.9.). Die FPÖ will „die rechtskonservative Zusammenarbeit“ mit der ÖVP trotz alledem fortsetzen. Nach der Wahl zählen all die Emotionen eh nicht mehr

Werner Pöchinger
Werner Pöchinger
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Sonntag, 19. September 2021
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