Im Wahl-Vorfeld begibt sich die „Krone“ auf Reportage in die Grazer Grätzeln und spricht mit ihren Bewohnern. Teil 1: Reininghaus.
Die erste Tour führt uns in das jüngste Viertel der Murmetropole, nach Reininghaus. Der Bilderbuch-Spätsommertag ist perfekt, um die Bauarbeiten mit Hochdruck voranzutreiben. Kräne hieven Lasten empor, Bagger wirbeln Staub auf, Arbeiter hämmern und bohren. Bis Jahresende werden 3000 Menschen auf den Gründen, wo sich einst eine der größten Brauereien des Habsburger-Reiches befand, wohnen.
Daniel Schäfer ist vor drei Jahren in eine alte Tischlerei eingezogen. 15 Jahre stand das charmante Haus mit Gärtchen leer, jetzt fallen dort wieder die Hobelspäne und es riecht nach frischem Holzlack. „Damals fing das Reininghaus-Projekt gerade an. Dass ein kompletter Stadtteil entsteht und wir mittendrin sind, war aber nicht entscheidend. Ausschlaggebend war der spannende Platz.“ Vier Mitarbeiter produzieren nun Stücke aus vorwiegend regionalem Massivholz, hauptsächlich für Privatkunden.
Wir marschieren weiter und gelangen zu einer Physiotherapie-Praxis, die ebenerdig in einem der „Quartiere“ in Reininghaus eingerichtet ist. „Es war eine bewusste Entscheidung, hierher zu ziehen. Es werden noch viele, viele Leute folgen - und da wird auch der Bedarf an Physiotherapie groß sein“, erklärt Martina Goliasch. Im März eröffnete man das Zentrum mit drei Therapieräumen. „Die Infrastruktur ist sehr gut, wenn die Straßenbahnlinie fertig ist, bringt das eine weitere Belebung“, ergänzt Kollegin Barbara Brottrager.
Gibt es einen Wunsch an die Grazer Stadtpolitik? „Ja“, sagt Martina Goliasch, „weil eben die Endhaltestelle der Straßenbahn in der Nähe entsteht, wäre etwa ein Café ideal. Leider fehlt noch eine Einkehrmöglichkeit“.
Schon ein Jahr lang existiert die Einrichtung Lebenshilfen Soziale Dienste, 14 Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung leben dort in Ein- bis Drei-Personen-Wohnungen. „Wir begleiten sie im Alltag zu Hause“, berichtet Leiter Harald Weber. Dabei seien auch der benachbarte Supermarkt und die Apotheke hilfreich.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.