19.08.2021 07:00 |

Technische Innovation

Roboter operieren jetzt in steirischen Spitälern

Seit diesem Sommer kommt im LKH Leoben der Operations-Roboter „Da Vinci“ zum Einsatz. Eine Premiere in der Steiermark - und auch für die Chirurgen und Pflege-Teams, die damit nun täglich arbeiten.

Es ist der OP ganz am Ende des Ganges, der Saal sieben, der sich von allen anderen in diesem Trakt des LKH Hochsteiermark, Standort Leoben, unterscheidet. Denn hier operieren die Chirurgen mit einem ganz besonderen Assistenten: dem „Da Vinci“. „Ganz wichtig ist, dass nicht der Roboter operiert, sondern der Chirurg“, erklärt Thomas Alber. Er ist Primar der Abteilung Urologie – eine Fachrichtung der Medizin, in der das Operieren mit Robotern bereits internationaler Standard ist. „Und jetzt etabliert sich die Technik auch in anderen Fächern wie der Gynäkologie, der Allgemeinchirurgie oder der HNO.“

Konkret sieht das dann so aus: Neben der OP-Liege steht nicht der Chirurg, sondern der vierarmige „Da Vinci“. „Für uns alle ist es das erste Mal, dass wir nicht direkt am Patienten oder der Patientin operieren“, sagt Thomas Aigmüller, Primar der Gynäkologie. „Die Abläufe verändern sich, jeder muss geschult werden.“

Viel Übung vor der ersten OP
Damit das funktioniert, braucht es vor allem eines: Übung. „Wir alle sind jetzt monatelang am Simulator gesessen“, sagt Alber. Bevor es ans Operieren geht, muss jeder Chirurg 40 Stunden lang am Gerät „spielen“, um sich daran zu gewöhnen. Was der „Da Vinci“ kann, ist übermenschlich: Er liefert ein zehnfach vergrößertes 3D-Bild, filtert Zittern in den Händen, der Chirurg kann bis zu drei Arme und die Kamera selbst bedienen.

Am 15. Juni war es erstmals so weit: Eine Gebärmutter wurde entfernt. „Seitdem ist der Roboter jeden Tag im Einsatz.“

Weniger Schmerzen, schnellere Heilung
Welche Vorteile hat ein Patient, der mit „Da Vinci“ operiert wird? Die Technik ist minimalinvasiv, das bedeutet: Ein Knopfloch-großer Schnitt reicht aus. Alber: „Wir kommen mit dem Roboter an Stellen, an die man sonst schwer hinkommt. Er kann sich ganz anders bewegen.“ Das heißt weniger Schmerzen, schnellere Heilung, ein Gewinn an Lebensqualität.

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Das ist kein Experiment und kein Trend. Weltweit gibt es schon 6000 dieser Roboter, mit denen in verschiedenen Fächern operiert wird.

Thomas Alber, Primar am LKH Leoben

„Normal“ operierte Patienten stehen aber nicht schlechter da, sagt Rudolf Schrittwieser, Primar der Chirurgie. „Der Eingriff bleibt prinzipiell gleich, die Technik ist nur anders.“

Aufwertung für die ganze Region
Rund drei Millionen Euro kostet die Anschaffung des „Da Vinci“ auf drei Jahre. Im Herbst kommt ein zweiter Roboter ans Uni-Klinikum in Graz. „Wir haben drei Jahre lang dafür gekämpft und sind sehr froh, dass die Kages den Roboter finanziert“, sagt Alber. Aigmüller ergänzt: „Das stärkt den Standort Leoben und die ganze Region enorm.“

Hannah Michaeler
Hannah Michaeler
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