Kampagne an Schulen

Land nimmt Kampf gegen Cyber-Mobbing auf

Steiermark
26.02.2011 17:37
Es ist ein trauriges Phänomen unserer Zeit: Immer mehr Jugendliche sind mit Cyber-Mobbing, also Belästigung im Internet oder am Handy, konfrontiert. Die Folgen können sogar bis zum Selbstmord reichen. Die Steiermark nimmt jetzt den Kampf dagegen auf: Experten veranstalten in Schulen eine Aufklärungskampagne.

Im Jänner schilderte die 19-jährige Obersteirerin Sandra in der "Krone" ihren monatelangen Psycho-Leidensweg: "Begonnen hat alles, als jemand ein Bild von mir auf Facebook gestellt hat, das während einer Party aufgenommen worden ist. Es folgten viele gemeine Kommentare sogenannter 'Freunde' zu meinem Äußeren, dann gab es weitere Bilder." Am Ende lachte der ganze Ort über die Frau, sie musste sich in therapeutische Behandlung begeben.

Workshops an Schulen
Nur ein Fall von vielen, wie Experten mit Schrecken feststellen müssen. Denn Psychoterror über Facebook und Co. nimmt immer mehr zu, auch in der Steiermark. Die Organisation LOGO packt das Problem im Auftrag von Jugendlandesrätin Elisabeth Grossmann deshalb am Schopf. In den kommenden Monaten werden an den steirischen Schulen eigene Workshops veranstaltet, die über die Folgen von Internet-Mobbing und den richtigen Umgang mit sozialen Netzwerken informieren sollen.

Organisator Stefan Parzer: "Wir bieten erstmals Lösungen an, denn das ist eine neue Dimension des Hänselns. Heutzutage sind Teenager immer erreichbar, werden übers Mobiltelefon bis nach Hause verfolgt." In jüngster Zeit seien ihm viele "Hilferufe" von Lehrern und Schülern zugegangen. Unaufhörliches Cyber-Mobbing hatte zuletzt in Kärnten zum Freitod eines erst 13-Jährigen geführt.

von Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"
Symbolbild

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