Ein Chirurg berichtet

Schönheits-OPs in der Steiermark beliebt wie nie

Steiermark
09.08.2021 06:00
Porträt von Steirerkrone
Von Steirerkrone

Verführerischer Schmollmund, glatte Haut, markante Wangenknochen und perfekte Stupsnasen sind längst nicht mehr nur eine Instagram-Erscheinung. Einmal mehr und einmal weniger offensichtlich ist dabei das Werk eines Schönheitschirurgen. Ein Grazer plastischer Chirurg erzählt im Wortsinn aus der Praxis.

Im günstigsten Fall ist kaum zu erkennen, dass nicht Mutter Natur so großzügig, sondern der Arzt wirklich exzellent war. Gesellschaftlich mittlerweile etabliert, entschließen sich immer mehr Menschen dazu, ihr Aussehen bestimmten Vorstellungen anzupassen.

Möglich machen das minimal invasive Eingriffe, die oft schnell und unkompliziert in der Mittagspause erledigt werden. „Besonders Botox-Unterspritzungen für eine faltenfreie Stirn sind beliebt. Wir verzeichnen aber auch einen Anstieg bei Gesichtsliftings“, berichtet Daryousch Parvizi. Der plastische Chirurg aus Graz weiß um die Wünsche in Sachen Schönheit, aber auch um mögliche Risiken Bescheid.

„Uns erreichen gerade unzählige Anfragen zur Corona-Schutzimpfung in Verbindung mit ästhetischen Eingriffen“, berichtet der Chirurg aus seiner Ordination am Kaiser-Josef-Platz über Fragen, die besorgten Patienten auf der Zunge brennen. Denn Bilder von übermäßig geschwollene Lippen nach einer Impfung mit mRNA-Impfstoffen haben in letzter Zeit vor allem in den sozialen Medien für Aufregung gesorgt.

Von unerwünschten Nebenwirkungen
Diese unerwünschten Nebenwirkungen würden vorrangig Bereiche im Gesicht betreffen, die zuvor mit Hyaluronsäure behandelt wurden. Doch warum kommt es zu solchen Wechselwirkungen? „Der Körper reagiert auf den Impfstoff mit der Bildung von Antikörpern, damit das Virus abgetötet werden kann. Diese Antikörper sprechen in bestimmten Fällen auf den Hyaluronsäure-Filler an und lösen eine verzögerte Kreuzreaktion aus, die sich wiederum in Form von entzündlichen Schwellungen bemerkbar macht“, erklärt der Mediziner den Zusammenhang.

Die doch sehr seltenen Nebenwirkungen sind meist vorübergehende Makel, die ohne gesundheitliches Risiko auftreten und sich mit ärztlicher Hilfe gut behandeln lassen oder von selbst wieder abklingen. „Die Verabreichung von Kortison oder Antihistamin kann die Genesung unterstützend beschleunigen.“ 

Abstand zu Impfung unbedingt einhalten 
In seiner Praxis gab es zwar noch keinen Fall, doch er ruft zur Achtsamkeit auf. „Noch liegen keine Studiendaten vor, aber ich empfehle einen Abstand zwischen einer Behandlung mit Hyaluronsäure und Impfung. Unterspritzungen sind spätestens bis zwei Wochen vor einer Covid-Impfung und frühestens zwei Wochen nach Erhalt einer solchen möglich.“ Bei Botox hingegen seien hingegen keine derartigen entzündlichen Reaktionen beobachtet worden. „Um den Körper nicht unnötig zu belasten, würde ich meine Impfung nicht unbedingt in derselben Woche wie einen Botox-Termin planen“, so Parvizi.

Auch bei Fettabsaugungen, Nasenkorrekturen und Brustvergrößerungen gilt es, geduldig zu sein. „Damit mögliche Impfreaktionen wie etwa Fieber und eventuelle Komplikationen infolge einer Operation korrekt beurteilt werden können, ist ein Abstand bei einem planbaren Eingriff einzuhalten.“ Bei Berücksichtigung aller Vorsichtsmaßnahmen und nach sorgfältiger Aufklärung über Risiken, sollten keine negativen Auswirkungen auf Schönheits-Behandlungen zu erwarten sein.

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