"Prognosemethoden des Einzelhandels am Beispiel des österreichischen Lebensmittelhandels" lautet der Titel der Magisterarbeit von Siegfried Nagl - der Grazer Bürgermeister kommt ja aus einer alteingesessenen Handelsfamilie ("Klammerth").
Stadträtin Sonja Grabner ist in ihrer Diplomarbeit der Frage nachgegangen, wie man ein Dienstleistungsunternehmen wie das familieneigene Sporthotel zeitgemäß führt. Da Politik Dienst am Bürger ist und Grabner zudem Wirtschaftsstadträtin, kann sie ihr Wissen bestimmt gut gebrauchen.
Auch Sozialstadträtin Martina Schröck ist "einschlägig vorbelastet". Sie hat Soziologie studiert. Ihre "Diss" (Doktorvater war Uniprofessor Peter Gasser-Steiner) beschäftigt sich mit dem "Selbstbild von geistig behinderten Menschen".
Der höchstdekorierte Akademiker in der Riege der Stadträte ist Gerhard Rüsch. Er war Raumplaner an der TU Wien und Chef des Verkehrsverbundes ehe er in die Politik wechselte. Rüsch war für die Position des Verkehrsstadtrates, die er bis 2008 bekleidete, geeignet - der Titel seiner Dissertation: "Zur Theorie der Verkehrsplanung. Eine allokationstheoretische Analyse"; und ist es auch als Finanzstadtrat - seine Habilitation: "Die regionale Aufbringungs-/Zuteilungsrechnung. Eine Methode zur Analyse der regionalen Verteilung zentralstaatlicher Finanzströme".
Der Banker Mario Eustacchio hat berufsbegleitend studiert und sich in seiner Abschlussarbeit damit beschäftigt, wie es dem "Bankhaus Krentschker" gelingen könnte, die "Kundenzufriedenheit (noch) zu erhöhen".
Alle beteuern, dass nicht Ghostwriter, sondern sie selbst die Arbeiten verfasst hätten, und alles, was nicht "eigenes geistiges Eigentum" ist, gekennzeichnet sei. Wir wollen den Herrschaften glauben. Ausnahmsweise.
von Ernst Grabenwarter und Gerald Richter, "Steirerkrone"









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