Import boomt

Lieber ein Hund aus Spanien - Tierheime in Tirol quellen über

Tirol
16.02.2011 09:16
Früher hat ein Tierheim-Hund im Schnitt nach einem Monat einen neuen Platz gefunden. "Jetzt sind es schon zwei Monate, wir haben um 30 Prozent weniger Vermittlungen", klagt Inge Welzig vom Tierschutzverein für Tirol. Hauptgrund: Rund 300 Tierfreunde pro Jahr wollen einen ausländischen Hund "retten", etwa aus Spanien.

Welzig sprach am Dienstag von einer "dramatischen und plötzlichen Entwicklung": Unzählige Internetseiten sind voll mit geschundenen Hunden. Heimische Tierfreunde wollen sie von den Tötungsstationen im Ausland bewahren und importieren die Vierbeiner. Dramatisch für die Tiroler Tierheime: "Die Hunde aus dem Internet nehmen uns die guten Plätze weg", klagt Welzig. Tierheim-Hundeexperte Florian Hörtnagl schüttelt den Kopf: "Es gibt kein europäisches Land, aus dem wir nicht schon einen Hund bei uns hatten."

Mit 40 Hunden ist das Tierheim Innsbruck-Mentlberg (Bild) derzeit übervoll – und die sommerliche Urlaubszeit, in der stets zahlreiche Hunde im Tierheim abgegeben werden, wird die Überbelegung noch verschärfen. "Schon jetzt stehen 22 Hunde auf der Warteliste", präzisiert Welzig.

Zuchtverbot für "Kampfhunde"
Weitere Probleme kündigen sich an: "Dank" Paris Hilton ist die Rasse Chihuahua derzeit sehr beliebt – bis das "Spielzeug" wieder im Tierheim entsorgt wird. Und viele "Kampfhunde"-Besitzer sehen sich mit zunehmenden Anfeindungen konfrontiert. Welzig: "Auch diese Tiere landen bei uns und sind kaum vermittelbar."

Eine Lösung sei laut Welzig ein Zuchtverbot für "Kampfhunde": "Nicht weil die Rassen bissig sind, sondern weil einige Halter damit bewusst Angst erzeugen." Sinnvoll sei auch ein verpflichtender Kurs, bevor ein Hund angeschafft wird (Schweiz als Vorbild). Dies könnte auch die genannten Hunde-Importe verringern.

von Andreas Moser, "Tiroler Krone"

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