14.07.2021 20:23 |

Prozess in Salzburg

Drei Freisprüche nach Vergewaltigungsvorwurf

Drei Männer sollen auf einem Campingplatz in Kroatien eine Frau vergewaltigt haben - die schwerwiegenden Vorwürfe landeten schließlich vor Gericht in Salzburg. Dort bestritten sie die Tat und sprachen von einvernehmlichem Geschlechtsverkehr. Das Landesgericht erteilte daraufhin Freisprüche - jedoch im Zweifel. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. 

Mit den schwerwiegenden Vorwürfen musste sich seit Dienstag in Salzburg ein Schöffensenat befassen. Das mutmaßliche Opfer war im Juli mit einer Freundin auf einem Campingplatz in Istrien auf Urlaub. Dort kam es laut dem Staatsanwalt zunächst noch zu einer gewollten Annäherung zwischen ihr und einem der Männer. Einen Tag später traf sie den Burschen wieder und begleitete ihn in eine Wohnung, die dessen Vater gehörte, wo es zu Intimitäten kam.

Aussage unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Die Situation sei dann aber aus dem Ruder gelaufen, es sei zu geschlechtlichen Handlungen gegen den Willen der Frau mit den Männern gekommen, erklärte der Staatsanwalt zum Prozessauftakt. Zwei von ihnen hätten vor dem dritten Mann mit ihren Leistungen geprahlt und diesen bestärkt, es ihnen gleich zu tun. Das Opfer sei danach bemüht gewesen, vor den Ermittlern wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Die Beschuldigten hingegen hätten sich zum Teil in erhebliche Widersprüche verwickelt. Die Frau selbst sagte heute im Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.

Die Verteidiger betonten, dass der Sexualverkehr im Einvernehmen mit dem mutmaßlichen Opfer erfolgt sei. Die junge Frau habe zwei Beschuldigte auch noch nach dem Urlaub kontaktiert. „Sie erstattete erst Monate später eine Anzeige“, sagte Rechtsanwalt Franz Essl, der den Erstangeklagten vertritt. „Es hat sie gestört, dass Videoaufnahmen über Sex in der Dusche existierten. Deshalb hat sie die Anzeige erstattet.“ Sein Mandant habe mit der Videoaufnahme aber nichts zu tun, und das schnelle, intime Urlaubserlebnis sei einvernehmlich gewesen, sagte Essl.

Trennung als mögliches Motiv? 
Ein mögliches Motiv für die Anzeige der Frau sei, dass sich deren Freund nach dem Auftauchen des Videos von ihr getrennt habe, meinte einer der Verteidiger, Christoph Mandl. Die Anwältin des ersten Sexpartners, Ingeborg Haller, erklärte, dass sich die Frau zu dem Burschen hingezogen gefühlt und mit ihm freiwilligen Sex gehabt habe. In jener Nacht seien zwei kurze Videos gedreht worden, wobei der Mann eines sofort und das andere wenige Wochen später gelöscht habe. Die Aufnahme zeigt geschlechtliche Handlungen eines der Angeklagten mit der Frau in der Dusche.

Am Landesgericht Salzburg wurden die drei Kroaten nun vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. Sie sind noch nicht rechtskräftig. Den bisher unbescholtenen Kroaten - zwei von ihnen wohnen in Salzburg - hätte im Falle einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von zwei bis zehn Jahren gedroht.

 Salzburg-Krone
Salzburg-Krone
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Dienstag, 27. Juli 2021
Wetter Symbol