Es ist so paradox: Wir lieben unsere schönen Wälder, die herrliche Natur - und müllen sie gleichzeitig mit größter Ignoranz beinhart zu! Ein erbärmlich verendeter Fuchs klagt an.
Jörg Schörghuber ist ein junger, besonnener Revierjäger in Bad Mitterndorf - doch dieser Anblick brachte ihn in Rage: Ein junger Fuchs lag reglos am Wegrand. Nur noch schwach atmend, mehr tot als lebendig vor Hunger und Durst. Sein Kopf steckte hilflos in einer Dose fest, die scharfen Zacken hatten tiefe Wunden in Hals und Gesicht gerissen, aus ihnen krabbelten Fliegenmaden.
„Ich konnte den armen Kerl nur noch erlösen, er ist keine zwei Monate alt geworden“, so Waidmann Schörghuber. „Was für ein sinnloser, erbarmungswürdiger und vor allem unnötiger Tod.“ Und noch nicht lange ist es her, dass ein Reh in einer gefährlich gezackten Dose steckte, die tiefe Wunden in das grazile Bein riss, heftige Schmerzen verursacht haben muss. Es flüchtete - wie lang es gelitten hat lässt sich nur erahnen.
„Gleich in der Nähe ist ein beliebter Rad- und Wanderweg. Leider liegt da immer wieder eine Menge Müll herum, auch sonst im Wald.“ Und auf der Wiese: „Die Bauern finden hier im Heu die unglaublichsten Dinge, die einfach weggeschmissen wurden: Feuerwerkskörper, Flaschen, Zigarettenschachteln, Alufolie. Das ist aber Futter für die Tiere! Vor allem scharf gezackte Dosenteile können ja auch Nutztiere verletzen oder sogar töten.“
Qual, Tod, herbeigeführt durch Menschenhand, eine Hand, die achtlos Müll in die Natur schmeißt - Schörghuber ist fassungslos über die Ausmaße, welche diese „Müllentsorgung“ mittlerweile annimmt! Und fordert Strafen, „anders wird es leider nicht gehen. Ich selbst habe einmal einen Tourenskigeher, der neben mir eine Plastikflasche weggeworfen hat, angesprochen. Es war ihm total egal. Da helfen dann nur Strafen.“
Umweltfrevel, Waldbrandrisiko, Verletzungs- und Todesgefahr für Tiere - „und das alles wegen bloßer Ignoranz“, kann auch Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof nur den Kopf schütteln. „Das ist so eine Missachtung unserer gesellschaftlichen Verpflichtung. Wie kommt man überhaupt auf so eine Idee?“
Nachsatz: „Jetzt dringen wir schon in die allerletzten Lebensräume von Tieren ein. Die müssen wir nicht auch noch verschmutzen.“
Dem ist nichts hinzuzufügen.
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